Interview mit "Lea Finn"

Donnerstag, 21. Dezember 2006

K.-J.: Seit wann machst du Musik und wie bist du zur Musik gekommen?

Lea: Ich komme aus einer sehr musikalischen Familie, von klein auf war da immer Musik. Das hat mit musikalischer Früherziehung angefangen und gesungen habe ich auch immer schon. Meine erste Band hatte ich dann mit 14 an der Schule, wie das so der normale Gang ist, also eine Schülerband. Das war eine Nirvana Coverband, hat ganz grausam geklungen, aber das waren so die ersten Versuche. Danach hab ich mich in allen möglichen Bands versucht, ich habe Deutschrock gemacht, deutsche Chansons gesungen, die höre ich ja auch immer noch sehr gerne, so was würde ich gern nochmal wieder machen, ja auch englischsprachigen Rock, es hat also einige Zeit gedauert, bis ich meinen Stil gefunden habe.

K.-J.: Schreibst du deine Songs / Texte selber?

Lea: Die schreibe ich selber, zusammen mit meinem Gitarristen Andreas und teilweise auch mit anderen Bandkollegen, aber hauptsächlich selber.

K.-J.: Wie ist es denn dazu gekommen, dass sich dein Musikstil in eine sanftere Richtung entwickelt hat, denn vor drei Jahren hast du ja noch englischsprachigen Rock gemacht?

Lea: Das klingt jetzt vielleicht blöd, aber ich würde einfach mal sagen, ich bin älter geworden und habe auch im Laufe der Zeit meinen Stil geändert, den ich höre. Ich habe schon immer gern Singer-Songwriter Musik gehört, das hat sich dann aber im Laufe der Zeit so rauskristallisiert, dass ich fast gar keinen Rock mehr gehört habe und nur noch z.B. Jewel und Sarah McLachlan und diese tollen amerikanischen Frauen. Ja, ich bin einfach älter geworden. Und ich finde, es steht meiner Stimme auch besser. Ich stehe lieber auf der Bühne und habe ein kleines Set im Rücken, als eine richtig fette Band, da habe ich mich nie so richtig wohl mit gefühlt und mit so einem kleinen Besteck bin ich einfach mehr ich selbst.

K.-J.: Bei Boppin‘ B tretet ihr ja als Duo auf, hast du denn auch eine Band?

Lea: Ja wir haben auch noch eine Band mit vollem Set, da ist alles dabei, zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug und auch ein Piano, das wird aber auf keinen Fall so rockig, wie es mal war.

K.-J.: Leidest du unter Lampenfieber vor TV- oder Liveauftritten?

Lea: Man wird im Laufe der Zeit, wenn man sich so den Arsch abgespielt hat, wie ich das getan habe, lockerer und vor solchen Auftritten wie heute Abend bin ich kaum noch aufgeregt, da ist so ein leichtes Kribbeln, was aber auch schön ist, finde ich. Vor TV-Auftritten bin ich auf jeden Fall aufgeregt, da hilft tief durchatmen und auf was anderes konzentrieren. Aber vor Liveauftritten bin ich mittlerweile sehr entspannt.

K.-J.: Wie hat dir denn die Tour mit Boppin‘ B gefallen, denn es war ja sicher auch ein ganz anderes Publikum, als du normalerweise ansprichst?

Lea: Also ich fand die Tour total schön, einmal und an erster Stelle natürlich, weil die Jungs unglaublich nett sind, uns sofort aufgenommen haben und es die ganze Zeit freundschaftlich war. Da macht so eine Tour natürlich total viel Spaß. Und wir waren dann doch überrascht, dass es in vielen Städten so gut ankommt, obwohl wir eigentlich am Anfang unsicher waren, weil es ja musikalisch was ganz anderes ist, aber dafür haben die Leute oft zugehört und wir haben unsere Platten verkauft, also wir waren begeistert.

K.-J.: Wie kam es dann dazu, dass du jetzt für Bremen beim Bundesvision Song Contest antritts?

Lea: Wir haben uns einfach beworben, wir haben unsere Platte dahin geschickt und das hat anscheinend dem Herrn Raab gefallen, der hat auch über den Song entschieden, den wir dort spielen werden und mit der Entscheidung bin ich auch sehr glücklich.

K.-J.: Also habt ihr ihm gesagt er soll einen Song aussuchen, oder macht er das generell so?

Lea: Also ich glaube, wenn man Newcomer ist, sucht er den Titel aus, wenn es jetzt ein großer Act ist, so wie Mia oder Pohlmann, dann werden die da schon selbst den Daumen drauf haben. Aber ich fand das auch ganz gut, dass er das entschieden hat, denn so wird einem selbst die Entscheidung abgenommen. Man ist ja selten objektiv bei seinem eigenen Album und ich halte ihn für einen Menschen mit einem sehr guten Musikgeschmack.

K.-J.: Wie rechnest du dir denn deine Chancen aus?

Lea: Also gewinnen kann man das Teil auf keinen Fall, weil da sind einfach Bands dabei, die wahnsinnig viele Fans haben und es gewinnt nun mal derjenige mit den meisten Fans. Aber ich sag ja immer, dabei sein ist alles und ich hoffe mal einfach, dass wir so unter die ersten 10 kommen werden.

K.-J.: Was wird es denn im Vorfeld noch an Promo geben? Du wirst auch bei Stefan Raab sein, oder?

Lea: Genau, am 31.1. bin ich in der Sendung, und am 9.2. ist dann der Wettbewerb. Dann wird natürlich das Album beworben, über meinen Newsletter, die Plattenfirma und die Presse.

K.-J.: Kann man dich denn auch bald wieder live sehen?

Lea: Ja, danach ist eine kleine Tour geplant.

(Golo von Boppin‘ B kommt dazu.)

Lea: Golo, hallo. Möchtest du auch ein paar Fragen für mich beantworten? Also Golo beantwortet jetzt mal die nächste Frage für mich.

K.-J.: Wie bist du mit der Entwicklung deiner musikalischen Karriere zufrieden? Was könnte besser laufen?

Golo: Ja nachdem ich damals in dieser Frauenband gespielt hab, was aber nur halbwegs erfolgreich war, hab ich ja dann ja alleine mit dem Andi diese Geschichte gemacht als Lea Finn und jetzt läuft es eigentlich ganz gut, vor allem im Vorprogramm von diesen super Jungs.

Lea: Ja, besser hätte ich das gar nicht sagen können, jetzt bin ich aber dran. Also ich glaube, dass bis jetzt mein Weg sehr gut verlaufen ist, weil ich mir einfach den Arsch abgespielt habe und viel erlebt und ich glaube, ich werde selbst wenn es mal so richtig abgehen sollte nie undankbar sein und immer die Sachen zu schätzen wissen, weil ich eben auch den harten Weg gegangen bin und ganz viel live gespielt habe. Ich finde, dass es für Musiker sehr gut ist, wenn sie auch mal den schwierigen Weg gegangen sind, den ich aber damals nie als sehr schwierig empfunden habe, weil es immer Spaß macht, live zu spielen.

K.-J.: Was hältst du denn überhaupt so von diesen ganzen Castingshows?

Lea: Also die habe ich mit Begeisterung verfolgt, weil ich das total witzig und unterhaltsam finde und es tut mir teilweise leid, dass daraus nichts geworden ist, weil es ganz schwer ist, wenn man eine Zeit lang soviel Aufmerksamkeit bekommen hat und dann ist das auf einmal ganz schnell wieder vorbei. Das tut dann eben weh, wenn man diesen etwas beschwerlicheren Weg nicht gegangen ist, dass man sich das erkämpft hat. Dann ist es sehr hart, wenn man von dem hohen Sockel wieder herunter fällt.

K.-J.: Hast du das für dich jemals in Erwägung gezogen?

Lea: Nein, weil ich auch immer meine eigene Musik machen wollte, sonst fühle ich mich auch nicht wohl, und das wäre ja dann nicht möglich gewesen.

K.-J.: Das war es auch schon. Wir danken die für dieses Interview und wünschen dir viel Glück beim Bundesvision Song Contest.