Cosmo Klein u. Robin Grubert in Hamburg (Mandarin Kasino)

Mittwoch, 21. März 2007 - Robert

Und wieder ein Konzerttermin nach der Arbeit – ich bin nicht gerade frisch und munter nach einem hektischen Tag, trotzdem starte ich frohen Mutes und voller Vorfreude nach Hamburg. Der im Wetterbericht immer wieder angekündigte Schnee ist bisher ausgeblieben, es regnet einfach nur stumpf vor sich hin. Da ich einen Haufen Zeit habe, beeile ich mich auch nicht übermäßig und eiere gemütlich über Landstraßen und Autobahnen. Selbst ein Stau vor dem Elbtunnel lässt mich kalt, die letzten fünf Kilometer zur Reeperbahn dauern mal eben eine halbe Stunde, aber endlich erreiche ich dann doch die anvisierte Tiefgarage. Auto abgestellt, eben schnell umgezogen und ab auf den Kiez. Der Club ist schnell gefunden, aber wo ist der Eingang? Etwas ratlos stehe ich vor dem Gebäude, als mich so ein Typ von der Seite anquatscht! *lach * - ach, der Cosmo. Er zeigt mir, wo er den Eingang vermutet (und recht hatte er) und ich bleib erstmal zurück – ganz allein. Aber nicht lang, denn Petra sitzt schon eine Weile im Café gegenüber und gesellt sich zu mir. Wir warten, es nieselt, es ist kalt. Ich hocke mich auf die Stufen des abgegitterten Eingangs, aber nicht lang, dann ist mein Hinterteil komplett nass...iih...der dort ausgelegte Rote Teppich ist vollgesogen mit Wasser. Na, das fängt ja gut an. Hoffentlich ist es drinnen dunkel ;-)

Um kurz vor 20 Uhr stehen wir immer noch ziemlich allein herum, naja, inzwischen sind wohl 10 Leute da. Das Gitter wird ausgehängt, wir dürfen schon mal richtig vor die Eingangstür vorrücken. Das Personal schleppt einen Heizpilz aus dem Club zu uns – das lässt nichts gutes vermuten, denn wenn jetzt der Einlass pünktlich beginnen würde, müssten sie uns keine Wärmequelle zur Verfügung stellen. Und tatsächlich, das Warten geht weiter, fast noch eine halbe Stunde. Dann endlich Doors Open. Die Füße mal wieder abgestorben vor Kälte, mit den Zähnen klappernd gehen wir in den Club, wo sich schon einige Gäste tummeln und die Sitzplätze seitlich für sich reserviert haben.

Zu meiner großen Freude ist die liebe Maya Saban heute unter den Gästen und es ist endlich mal Zeit für eine kleine Plauderei. Der Club füllt sich nur zögernd, aber am Tresen herrscht schon etwas Gedränge. Wir holen uns was zu trinken, schon werde ich erkannt und angesprochen. Ich bin einigermaßen verwundert, es stellt sich aber heraus, dass ich das Mädel, das mich wieder erkannt hat, vor einigen Jahren in Rendsburg kennen gelernt habe. Schande ich über mich, ich kann mich überhaupt nicht erinnern. Aber sie wird Cosmo heute nach 3,5 Jahren endlich mal wieder sehen. Boh...furchtbar, so lange warten zu müssen!

Dann endlich passiert etwas auf der Bühne. Drei Leute gehen in Position, jemand stellt sich als Venus vor. Hm...eigentlich sollten Neil Hickethier Support sein – das ist er dann wohl aber nicht. Aber der junge Mann auf der Bühne macht seine Sache in dem kleinen Unplugged-Set auch sehr gut. Besonders der letzte Song, „Rein und Raus“ gefällt mir gut. Soll wohl auch seine Single werden...da wünsche ich viel Glück. Es war positiv zu sehen, dass er auf jeden Fall viel Spaß an dem hat, was er macht und nicht einfach nur sein Set runterleiert. Gibt’s ja leider viel zu häufig.

Doch nun geht es langsam zum Hauptteil des Abends über – der musikalische Schlagabtausch zwischen Robin Grubert und Cosmo Klein. Im hinteren Bereich des Clubs gibt es quasi einen Ring und Viva-Moderator Klaas Heufer-Umlauf ruft nacheinander die Kontrahenten hinein. Zuerst präsentiert sich Robin Grubert, dann folgt Cosmo. Beide in boxüblichen Champions-Mänteln – sehr lustige Sache. Eine Münze wird geworfen und zum Glück muss Robin den musikalischen Teil starten – zufällig ist auch sein Set auf der Bühne aufgebaut :-)) – wie das doch so passt!

Und dann geht es los. Robin Grubert eröffnet den Wettbewerb. Ich bin sehr gespannt, denn bisher habe ich ihn immer nur bei Kurzauftritten bei Sasha oder Cosmo live erlebt. Und habe daher noch nicht viele seiner Songs kennen gelernt. Dabei ist zu bemerken, dass ich seine Single „Wasser der Gelassenheit“ auch absolut nicht ausstehen kann. Es tut mir ja leid, aber ich werde mit dem Song nicht warm. Daher bin ich absolut positiv überrascht, wie schön Songs wie „Trost“, „Himmel über mir“, „Das Leben lebt“ oder „Alles wird gut“ sind. Robin als begnadeten Sänger zu bezeichnen, würde sicherlich zu weit gehen, aber er interpretiert seine Songs gut, sie gehen teilweise auch rockig nach vorn.
Bei einem eher langsamen Stück erschien dann plötzlich Cosmo auf der Bühne und machte ein paar Qui Gong-Übungen. Auch nicht schlecht!
Ich finde Robin sehr amüsant in seinen Ansagen, seine Art von Humor liegt mir total.
„Wasser der Gelassenheit“ empfinde ich dann als noch ätzender als überhaupt – das wird nichts mehr mit mir und dem Song. Aber es folgt „Ich glaube“, das habe ich schon bei Sasha & Friends schätzen gelernt und es ist ein schöner Abschluss dieser Stunde mit Robin. Der Applaus ist warm. Leider zeichnet es sich immer mehr ab – dieses Publikum ist nicht das beste.
Petra und ich stehen eh allein vor der Bühne, hinter uns meterweit Platz. Ich hoffe inständig, dass sich das bei Cosmo ändert, weiß ich doch, dass er sich die Leute auch durchaus nach vorn holt.

Nach einer kurzen Umbaupause sagt Klaas Cosmos Auftritt an, und los geht’s...lets get ready to rumble. Mit einem A-Team-Intro, das in „Talk to me“ übergeht, beginnt Cosmo seine musikalische Stunde. Leider bleibt es dabei, wir als einzige vor der Bühne, der Rest drängt sich hinten. Beim zweiten Song „Where did we go wrong“ versucht Cosmo, die Leute zum Mitsingen zu animieren – vollkommen erfolglos. Er springt sofort in Publikum, fordert sie auf, nach vorn zu kommen, mitzuklatschen, zu singen – keine Chance. Sowas habe ich noch nicht erlebt. Gerade nicht in Hamburg, wo ich schon so viele supertolle Konzerte besucht habe.

Auf der Bühne gibt es danach erstmal einen kleine Änderung im Programm. „Boyz and girls“ wird gespielt, obwohl es laut Ablaufplan noch gar nicht dran wäre. Aber es rockt natürlich und man gibt die Hoffnung nicht auf, dass das Publikum endlich auftaut. Leider - auch das funktioniert nicht. Wir bleiben allein vor der Bühne. Mich lässt sowas ja mal völlig kalt, ich amüsiere mich prächtig, genieße Cosmos großartige Stimme. Hab ich viel zu selten in letzter Zeit gehört, das wird mir gerade wieder klar. „All I ever need“ folgt, Cosmo gibt nicht auf, fordert die Hamburger auf, ihm einen großen Chor zu liefern. Auch das ist eher kläglich, aber ich singe mir die Seele aus dem Leib. Ich kann es nicht gut, aber dafür laut ;-).
Auch über das folgende „Addicted“ freu ich mich riesig, genauso wie über „How sweet it is“.
Dann verlässt die Band die Bühne, nur Keyboarder Andreas bleibt und beginnt mit „I love you“ – auch wenn es auf dem Album nicht gerade zu meinen Lieblingssongs gehört, ist es live wundervoll.
Aber genug mit Ausruhen. Band zurück auf die Bühne und das schnelle „Nothing to loose“ geht wieder voll nach vorn. Ich finde, Cosmo legt sich großartig ins Zeug, auch wenn sein Publikum es ihm nicht dankt. Coole Hanseaten...oder sture Fischköppe?

„Too young to die“ ist die nächste Nummer und dann ist es schon Zeit für den letzten Song. Hier ist „Party Train“ immer eine gute Wahl.
Man hatte nun auch zeitweise das Gefühl, die Leute wurden etwas lockerer...kann aber auch täuschen. Aber immerhin müssen wir nicht allein um Zugaben brüllen, da gibt es auch noch andere, denen es gefallen hat. Ein Glück. Cosmo lässt sich auch nicht lange bitten und kommt zurück auf die Bühne. Und nun knallt es richtig. Es ist zwar „nur“ ein Cover – „Let me take u higher“, aber der macht richtig Spaß!

Dann ist das Set vorbei, Cosmo bedankt sich artig beim Publikum, erwähnt aber auch, dass es nicht das beste war, was er je hatte...stimmt. Sind wohl einfach zu viele aus der Hamburger Musik-Szene da gewesen und zu wenig „gewöhnliche“ Fans, die sich die Seele aus dem Leib brüllen ;-)

Nun kommt Klaas zurück auf die Bühne und hat ein kleines Gerät in der Hand. Ich hätte gemeint, sein Handy, aber nein, er erzählt was von einem Applausometer...ach so, nun kommt die Abstimmung.

Für mich ist die Applaus-Stärke bei beiden Musikern etwa gleich. Klaas, der erschreckt feststellt, dass sein Messgerät wohl kaputt ist (ja nee, is klar), gibt einen kleinen Heimvorteil für Robin – nö, no way...ich protestiere. Aber Klaas lenkt auch ein und meint, es wäre wohl dann doch unentschieden gewesen. Beide Kontrahenten kommen nochmal auf die Bühne und haben auch noch einen gemeinsamen Song im Gepäck...“Good Riddance“, ein Klassiker von Green Day.

Es ist kurz vor Mitternacht, das Spektakel ist vorbei. Schön war es, wenn ich auch beiden Musikern ein erheblich enthusiastischeres Publikum gewünscht hätte. Die Promi-Dichte ist zwar groß gewesen, aber der normale Musikfan macht da doch mehr Alarm vor der Bühne.

Die Aftershow besteht für mich aus diversen Plaudereien hier und da, doch dann verabschieden wir uns auch von Cosmo und Co, denn der nächste Tag ist ein Arbeitstag und eine Stunde hab ich ja doch noch zu fahren. Ich hoffe sehr, es gibt eine Rückrunde dieses Abends – und dann in Nordrhein-Westfalen mit richtigen Fans im Publikum. Ich bin auf jeden Fall wieder dabei...bis dahin bin ich auch nicht mehr heiser *lach*

- BiBi -

Fotos von Cosmo Klein

Fotos von Robin Grubert