Boppin' B in Oelde (Alte Post)

Samstag, 12. Mai 2007 - Robert

Auch dieses Jahr hieß es wieder: Boppin'B in Oelde in der kleinen schnuckeligen „Alten Post“.
Im neuen dunkel-blauen glänzenden Tourbus rauschten die Aschaffenburger an und da wohl nach dem Soundcheck Einlass sein sollte, beschloss ich Richtung Oelde Innenstadt zu gehen und meinen Hunger zu stillen und meine Schwester glücklich zu machen, indem ich zu der Portion Pommes zwei Stäbchen mitbrachte, so konnte sie doch genauso reinhauen....
Nach dem Einlass lief auch schon im Cafe, bzw. in der Bar nebenan die Fußballübertragung auf einer großen Leinwand, doch die meisten machten es sich erstmal vor der Bühne gemütlich, zu der ich dann kurz vor Beginn des Konzerts nach einem tatsächlich geschafften Kapitel Thomas Mann hinzukam.

Mit großem Gejubel und Applaus betrat die Band die Bühne, die der Größe eines Sofas glich.
Die ersten Töne waren natürlich die des „Grand Prix D'Eurovision“, der ja schließlich an diesem Abend stattfand. Sowieso wurde sehr oft auf dieses Thema zurückgegriffen. Didi stellte Frank vor die Frage, wer denn 1983 an diesem Event teilnahm, dessen Bassist heute mit ihm auf der Bühne stände. Frank rettete sich dann doch mit der Antwort „Pas de Bas“.
Das gesamte Publikum hatte jedenfalls deutlich ihren Spaß, doch dem stand der Band keineswegs nach, denn auch dort auf der wohl kleinsten Bühne überhaupt wurde mächtig herumgealbert und gelacht.
Bevor es natürlich richtig los ging mit dem neuen Opener „Army of Rock'n'Roll“ wurde noch mächtig viel geredet, obwohl das Publikum doch eigentlich schon warm war, vielleicht die Band noch nicht?!? Anscheinend haben einige noch etwas geschlafen, zumindest viel es bei einem auf: Ein Blick auf die Setliste und ein Blick auf die Bühne verwirrte mich dann doch etwas, doch nach einigen Minuten fiel auch Frank auf, dass er das falsche Saxofon umgeschnallt hatte. Nach hastigem Wechsel und natürlich mindestens einem lustigen Kommentar der Band dazu, ging es dann auch laut und rockig los.
Die Stimmung war riesengroß und das Repertoire des ersten Sets erstreckte sich von Louis Primas „Jump Jive an Wail“, über den Chords Hit aus den 50ern „Sh-Boom“, bis hin zu dem 2000 in die Charts stürmenden Klassiker von Tom Jones „Sex Bomb“.
Auch eigene Kreationen wie „The only way“ und „Dig your man a grave“ und natürlich der Song, der einfach den Club kochen ließ: das „Scheißkapelle“, kamen bestens beim Publikum an.
Der Party-Klassiker „Volare“ passte in dieser kleinen Butze natürlich wunderbar und auch bei Geschichtchen wie dem Mädcheninternat (im Publikum waren einige mit passendem T-Shirt) wurde kräftig abgefeiert.
Auffällig war wohl Golos Drang zum Blues, so wollte er doch jeden Song mit einem Blues-Thema enden lassen. Da wollte wohl jemand immer das letzte Wort haben.....;-) Erwähnenswert seien noch die Einlagen zu manchen Songs: Aufgrund der kleinen Bühne nutzte Golo öfter mal eine große Box vor der Bühne, die daraufstehenden Flaschen fielen trotz vieler rettender Hände um und Golo hatte noch weiterhin den Abend seine Freude, diese Flaschen entweder umzuwerfen oder auf EX aufzutrinken....Jaja, Die Bayern, dieses Verrückte Volk. Aber auch der Rest der Band suchte Platz und so stand Micha auf einmal mit einem Bein auf einem Monitor und direkt vor mir, was mich etwas nach hinten hüpfen ließ.....Micha, ich mag dich trotzdem, das war nur der Schrecken. ;-)
Nach „The Bop won't stop“ wurde dann aber eine kleine Pause angekündigt, die glaube ich auch viele gut gebrauchen konnten.

Nach dieser schon erwähnten Pause ging es dann aber auch wirklich frisch weiter mit „Americano“ und einem Mix aus den 90ern wie „Wind of change“ oder dem „King of the Bongo“. Aber auch ziemlich aktuelle Songs aus dem Jahre 2004 wie „Hand in hand“ oder „Boulevard of broken dreams“ fanden den Weg ins Programm. Sasha-Klassiker „If you believe“ kam wohl unüberhorbar sehr gut an, aber auch sein „Do it to me“ (mit Saxofon - tip top :-D ) machte Stimmung.
Nach Songs vom kommenden Album wie „How Low“, „Ridin' on a bullet“ und der wunderschönen Ballade „Hold on“ wurde dem Publikum auch versichert, dass das Album auf jeden Fall noch dieses Jahr veröffentlicht wird – Na, das lässt doch hoffen! :-D Nach „Bye bye“ verabschiedete sich die Band - aber nur kurz, denn die Zugabe lauerte schon:

Die neue Version des Ramones Klassikers aus den 70ern, die des „Blitzkrieg Bops“, wartete bereits und die Eigenkomposition „I need you so“ kam auch einmal aus ihrem Versteck gekrochen. Passend zum Abend des Grand Prix D'Eurovision wurde dann tatsächlich der Song gespielt, der 2000 für Dänemark gewann: „Fly on the wings of love“ von den Olsen Brothers. Zu diesem Song sei noch zu sagen, dass in letzter Zeit die Telepathie zwischen der Band und dem Publikum anscheinend bestens funktioniert, denn auf der Hinfahrt alberten wir drei Mädels noch herum und haben beschlossen uns einfach mal alle den selben Song zu wünschen, da es in Oberhausen bereits mit „Fools fall in love“ so wunderbar geklappt hatte. Diesen Abend sollte es, so entschieden wir spontan im Auto, der Song vom Flügel der Liebe sein und es hat tatsächlich geklappt......Wahnsinn!! :-D

Bei so einem Wahnsinns-Konzert sollte natürlich noch lange nicht Schluss sein und so legte Golo sich noch einmal richtig ins Zeug und spielte zuerst „Neulich in der Prärie“ und noch einen zweiten Song (dessen Namen wir leider nicht wissen), bei dem er auch sang.
Damit sich natürlich der Rest der Band nicht langweilt, kamen auch Micha und Frank wieder aufs „Sofa“ und alle gaben nochmal alles bei „Get ready“ und zum Abschluss, das wohl älteste Lied des Abends: Die Arie „Summertime“ von George Gershwin aus einer seiner Opern, mit dessen Liedkomposition er in den 30ern begann. Einfach ein wunderschöner Abschluss!

Nach dem Konzert wurde erst einmal frische Luft geschnappt und dann wurde noch lange geplaudert, mit einigen lustigen Unterbrechungen, aber viel Spaß! Nebenbei lernte ich noch einen neuen Ton am Bariton: Ich habe diese Klappe wirklich, wie genial das klingt!!:-D
Um kurz vor halb drei machten wir uns aber schließlich auf den Heimweg, so musste Bibi doch am nächsten Tag zu einem weiteren Konzert und auch bei Micha und mir in Bramsche musste schließlich Muttertag kräftig und lecker zum Frühstück gefeiert werden!

Es war ein wunderschöner Abend und ich finde es hätte nicht schöner sein können und vor allem stärkender, denn nun heißt es bei mir erstmal lernen mit Konzert-Pause, aber ich würde sagen zumindest bei der Musikarbeit kann ja nichts schiefgehen angesichts des vor allem zeitlich gesehenen breitgefächertem Repertoire der Kapelle.

Vielen Dank für so großartige Musik und so viel Spaß!!!

-Nadine

Und hier die Fotos....