Sasha auf der Kieler Woche

Freitag, 15. June 2007 - Robert

Der offizielle Beginn der Kieler Woche ist eigentlich erst der 16.06., aber
schon einen Tag früher geht’s inoffiziell los - die Bühnen im Kieler
Hafengebiet, die Futterstände, die Trinkbuden - alles öffnet bereits heute
abend.
Hochkarätige Musiker geben ihr Stelldichein in den nächsten Tagen - man
möchte quasi jeden Abend in Kiel verbringen, um live dabei zu sein. Aber
leider ist das nicht möglich, daher beschränke ich mich in diesem Jahr
wieder auf meine Lieblinge. Zweimal wird mich mein Weg nach Kiel führen -
und am heutigen Freitag geht’s los mit Sasha.
Er ist alleiniger Show-Act am heutigen Freitag auf der Bühne von RSH, unten am
Hörn gelegen. Da ich mit großem Andrang rechne, habe ich nach vier Monaten Durcharbeiten endlich mal wieder einen Tag Urlaub beantragt und genehmigt bekommen. So machen Petra und ich uns schon in der Mittagszeit auf in den Hohen Norden.

Das Wetter, bei uns daheim noch mollig warm, verheißt in Kiel nicht so sehr viel Gutes. Die Wetterprognosen sind nicht schön...aber wir sind auch nicht aus
Zucker und werden uns auch bei einem Regenschauer nicht auflösen.
Da ich seit einer Woche ohne PC und Telefon vor mich hin vegetiere (Leute, bei Gewitter nicht nur den Netzstecker ziehen, sondern auch den Telefonstecker, gell), habe ich keine Anfahrtspläne machen können. Das hat Petra übernommen, ein Glück kann man sich da ergänzen:-)

Wir kommen gut durch und fahren kurz vor 15 Uhr in das ausgesuchte Parkhaus
in Bahnhofsnähe, weil wir die Bühne dort vermuteten. Kaum raus aus dem Auto,
fängts an, richtig heftig zu gießen...boh. Aber der Schauer hört auch
schnell wieder auf und wir machen uns auf den Weg. Irgendwo in der Ferne
sehen wir dann auch ein RSH-Logo - da ist die Bühne, doch ein schönes
Stückchen weg. Wir eiern um ein Hafenbecken herum und laufen dann eine
Buden-Straße lang. Die Stände machen auch langsam alle auf. Also hungern und
dursten müssen wir schon mal nicht.
Der Platz vor der Bühne ist fast menschenleer. Lediglich drei Fans stehen
direkt vor der Bühne - und wir gesellen uns natürlich dazu. Ich kann gar
nicht ausdrücken, wie sehr ich so eine stressfreie Platzwahl liebe - ohne
Einlasstheater wie Durchsuchungen, Abtasterei, Verbote von Getränken,
Erklärungen über den Fotoapparat etc. Einfach vor die Bühne gehen und sich
freuen - das Leben ist schön!

Da zwei Stunden eigentlich auch nichts weiter passiert, können wir bequem
auf Toilette gehen, uns ein bißchen hinhocken, was zu futtern holen. Das
Bühnenpersonal baut inzwischen das Eqipment auf, macht etwas Soundcheck und
deckt gleich vorsichtshalber alles wieder mit Plane zu. Man wird mit
Klebebandresten beworfen - alles beim Alten:-)- und doch immer wieder schön.

Eigentlich ist es auch um 18 Uhr noch sehr leer, Plätze in der ersten Reihe
nach wie vor vorhanden. Man fragt sich natürlich, warum man schon so früh da
war. Nun gut, ein netter RSH-Reporter kommt und macht erst mal ein kleines
Interview mit mir, in dem ich Sashas Vorzüge und Talente anpreisen kann. Die
Frage nach meinem Lieblingssong dagegen ist eine schwere - welches der
vielen Songs liebe ich nun am meisten? Weiß ich auch nicht, ich nenne aber
als einen Alltime-Favoriten natürlich "Here she comes again" - ich werde es
immer lieben:-)

Wir freuen uns, dass es trocken bleibt - noch. Immerhin hätten wir auch
jetzt schon im Regen stehen können, aber es dürfte auch gern wärmer sein.
Der Wind weht stetig und kühl von der Wasserseite. Ich hab natürlich nur
eine dünne Sweat-Jacke mit, schlechte Wahl.

Aber nun füllt sich der Platz auch stetig und die Leute halten schon etwas
Wind ab. Kurz vor 20 Uhr werden Fotografen in den Graben vor der Bühne
gelassen - und ich gebe das nächste Interview an eine nette Reporterin der
Schleswig-Holsteinischen Zeitungen. Tatsächlich werden aus dem Interview
auch gleich zwei Artikel erscheinen, wenn man auch beim zweiten meine Worte
der Petra zuschreibt...Überschrift war mein letzter Satz zu dem Thema: Sasha
ist einfach scheiße-nett! Was die nicht alles schreiben *gg*

Doch dann ist der langersehnte Augenblick endlich da - Karsten Köthe,
Morning-Show-Ikone von Radio Schleswig-Holstein sagt Sasha an. Hurra! Die
Musiker stehen bereit und die ersten Klänge von Miracle Mile ertönen. Sasha
stürmt im Laufschritt auf die Bühne, das Publikum johlt nicht laut genug, da
wiederholt er das ganze noch einmal und ist beim zweiten Mal auch zufrieden.
Der Platz ist inzwischen picke-packe-voll und die Stimmung gut...obwohl mit
den ersten Klängen der Musik auch der Regen eingesetzt hat, der stetig auf
uns niederprasselt. Erst schützt man sich noch ein bißchen mit der Kaputze,
aber das hat auch wenig Sinn...irgendwann ist alles nass, dann ist es auch
wurscht. Wobei: Mit aufgeweichten Händen zu klatschen tut schon etwas weh,
aber auch das überlebt man leicht;-)

Sasha hat auf jeden Fall sehr gute Laune, rockt Kiel richtig und hat alle
Sympathien auf seiner Seite. Das Set besteht aus den bekannten Songs der
Greatest-Hits-Tour - und es fehlen auch nur zwei Lieder, nämlich die
Cover-Songs. So singen, klatschen und tanzen wir uns gemeinsam durchs
Programm. Meine Highlights sind ja auf jeden Fall das inzwischen rockige Let
me be the one und das orientalische Chemical reaction. Aber auch Rooftop,
This is my time, Here she comes again etc. laden zum Toben ein. Freude
pur...den Regen hab ich inzwischen fast vergessen, lass es doch pladdern.
Ich lach mich über Sashas Protzer-Strass-Gürtelschnalle kaputt, ich freu
mich über sein kurzärmelige Hemd, das so schön an den Oberarmen spannt, ich
schmunzele, als er seine Teetasse ins Publikum reicht, damit dort probiert
werden kann - und sie natürlich gleich eingesteckt wird. Auch mit dem
Verteilen von Handtüchern ist er heute großzügig. Sonst brauch ich das ja
nicht unbedingt, aber heute hätte ich auch eins genommen - meinen tropfenden
Haare abtrocknen:-)

Die Publikums-Chöre in Kiel sind beachtlich, alle haben ihren Spaß. Und wie
immer geht die Zeit viel zu schnell vorbei. Schon ist man in der Zugabe bei
I feel lonely und Good-Bye. Wir winken mit unseren Taschentüchern - und dann
ist auch schon alles vorbei. Auch der Regen ist weniger geworden...nun
braucht er das auch nicht mehr. Gutgelaunt begrüßen wir noch den einen oder
anderen Bekannten, machen uns dann aber auch zügig auf den Weg ins Parkhaus.
Mit den klitschnassen Klamotten ist es sehr kalt und da wir am nächsten Tag
den Gig in Uelzen vor uns haben, wollen wir halt auch schnell nach Hause.

Glücklicherweise habe ich ja für solche Fälle immer ein trockenes Shirt im
Auto, da wird’s gleich wärmer, wenn man das anzieht. Auf der Autobahn dann
Vollsperrung bei Neumünster. Der Verkehr wird von der Bahn abgeleitet, führt
durch die Stadt...eigentlich doof, aber auch ein Wink des
Schicksals...Burger King, 1.300 m verheißt ein Hinweisschild. Selbstredend,
dass wir uns dann erst mal mit einem leckeren Menü stärken, bevor wir den
Restweg in Angriff nehmen. Irgendwann gegen 2 Uhr bin ich zu Hause und freu
mich schon auf den nächsten Tag.

- BiBi -

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