Die Schröders in Ahaus (Logo)

Freitag, 14. März 2008 - BiBi

Nun stehe ich vor der nicht ganz leichten Aufgabe, einen Konzertbericht zu verfassen – gut, das mache ich zwar regelmäßig, aber nach drei wilden Tagen auf Tour mit den Schröders komme ich jetzt erst ein wenig zur Ruhe, habe die kommende Arbeitswoche schon vor Augen und schreibe von dem mittleren Konzert in der Hoffnung, nichts durcheinander zu würfeln…also, auf geht’s…

Da Hamburger Nächte ja bekanntlich lang sind, hab ich nicht viel Schlaf bekommen – spät ins Bett, früh wieder aufstehen, war die Devise…aber so konnte ich schon am Freitag die Fotos vom Vortag bearbeiten und online stellen. Ansonsten lassen Micha und ich es langsam angehen, hängen rum, spätstücken lange und machen uns irgendwann nach 17 Uhr auf den Weg nach Ahaus. Es wird unser erstes Gastspiel in dem Ort sein, nachdem unser Plan, Boppin’ B dort zu sehen, vor einigen Jahren wegen Stromausfall nach Schnee- und Eisstürmen nicht in die Tat umgesetzt werden konnte.
Die Fahrt verläuft unspektakulär, auffällig, dass ab Dammer Berge keine einzige Tank- und Raststätte mehr unseren Weg kreuzt. Man gut, dass ich noch genug Sprit im Tank habe…
Das LOGO ist sofort gefunden, kein Verfahren – wow. Wir parken auf der anderen Straßenseite und wollen im Auto auf Beginn des Einlasses warten, der um 20 Uhr stattfinden soll, aber dann sehen wir Leute hineingehen. Aha…also gehen wir auch. Das LOGO ist ein Veranstaltungszentrum mit Jugendcafé und dieses Café hat eben schon auf. Wir warten also sehr angenehm bei eiskalter Cola-Light (und wenn ich eiskalt schreibe, meine ich das so…aua, die Eiswürfel sind nicht mal geschmolzen in meinem Glas).
Wir hören in der Veranstaltungshalle eine Tür weiter immer noch den Soundcheck, also wird wohl da auch noch kein Einlass sein.
Das Café füllt sich aber zügig, wird doch dort auf großer Leinwand Fußball gezeigt (Schalke – Duisburg). Aber ich bin blond und gehe davon aus, dass diese Leute gleich auch alles zum Konzert wollen. Um 20.45 Uhr gehen wir mal zur Tür des Saales, aber dort tut sich nicht viel…hm…guckt immer mal einer raus. Dann endlich Doors Open.
Eine sehr schöne Location, finde ich. Die Bühne hat eine mittlere Höhe (hüfthoch), hat vorn noch eine Verlängerung, weil sie sonst nicht tief genug wäre. Der Raum ist eher breit als lang, hinten befindet sich ein Tresen. Oben gibt’s eine Galerie, die Treppe ist aber gesperrt. Hm…das zeugt eigentlich davon, dass es nicht megavoll werden wird. Und wirklich, es füllt sich sehr, sehr zögerlich. Micha und ich bleiben die einzigen vor der Bühne, der Rest bezieht die Stehtische, die rund um die Bühne verteilt sind. Oh oh…Ich zähle durch und komme auf genau 30 Leute. Soviel zu meiner Überzeugung, dass ja alle, die im Café sind, auch zum Konzert wollen.
Gegen halb zehn kommt dann Pensen Paletti auf die Bühne – erst mal Gitarre stimmen, aber dann dauert es auch nicht mehr lang und es geht los. Die Blues-Brothers, die als lebensgroße Figuren links und rechts neben der Bühne aufgebaut sind, tanzen genauso begeistert mit wie Micha und ich. Pensen hat wieder seine Gitarre mit den Touchpads am Start, mit der er richtig Sound machen kann. Fetter Beat…so kommen wir in den Genuss von „Nur drei Akkorde“ (hat Reggae nämlich – guckst und hörst du hier, ich habe es gefilmt: Pensen in Ahaus)
Dann erklärt er uns, dass man in Hamburg sagt: Fass mich an die Füße, wenn man eigentlich so was wie LMAA meint ;-) – sagt man aber nicht nur in Hamburg, auch im Bremer Raum ist das ein bekannter Spruch *g* - auf jeden Fall auch ein Song, der jetzt gebracht wird. Oder er singt davon, dass jemand einfach nur Kacke ist – auch erzählt er melodisch „Ich bin unsterblich“. Vorher werden Micha und ich gefragt, ob es okay ist, dass er mal was anderes spielt – jaja, so bekommt man als Wiederholungstäter von der Bühne netten Zuspruch!
Sehr interessant: An einem der Tische hinter uns hocken zwei, die finden Pensen wohl – gelinde gesagt – nicht ganz so prickelnd wie der Rest des Publikums. Okay, ist natürlich Geschmackssache – aber die beiden verweigern jegliche Art von Applaus oder auch nur Bewegung. Pensen fordert sie immer wieder mal auf, zu klatschen oder ähnliches…nö. Keine Chance, nur lange Gesichter. Daher wird das Publikum dann in einem Song aufgefordert, mal alle auf die beiden zu zeigen – und alle machen auch mit!
Pensens Set wird mit „Blasenschwäche“ beendet, Monsters of Liedermaching-Fans wohlbekannt. Ich bin erschrocken, wie gut ich den Song schon mitsingen kann, obwohl er ja noch nicht mal veröffentlicht ist *lach*. Und obwohl die Zahl der zuhörenden Leute klein ist, besteht das Publikum auf Zugabe…ja, geil. „Interesse ist gut“ folgt – und wieder werden die beiden Bewegungs-Legastheniker aufgefordert, mal allein mitzumachen und einen Namen zu rufen. Pensen erklärt es extra für die Beiden, viel kommt da aber nicht. Meine Güte, völlig spaßfrei, die Beiden…

In der Pause bis zum Beginn des Schröders-Konzerts kommt noch Zuschauer-Zuwachs – der Quoten-Punker aus Ahaus, scheinbar…mit Skateboard und Rucksack bepackt macht er sich neben Micha breit. Auf ihre ironische Ansage, er solle ruhig Bescheid sagen, wenn er noch mehr Platz braucht, sagt er ein freundliches: Ja klar, mach ich. Cool:-)
Er ist es dann auch, der mal gleich anfängt, mit sich selber Pogo zu tanzen, als die Schröders dann auf die Bühne kommen und mit „Scheissband“ starten. Aber er findet noch drei, vier Mit-Poger und die machen dann gut einen drauf vor der Bühne – aber absolut prima, ohne andere Leute anzurempeln und so können wir alle ein tolles Konzert feiern.
Die Setlist hat sich vom Vortag nicht geändert – warum auch? Ist ja alles drauf, was Spaß macht. Gut gemischt mit älteren Sachen wie „Banküberfall“, „Wie geht’s wie steht’s“, „Lalala“, „Lass uns schmutzig Liebe machen“ oder „Frösche weinen nie“ wie auch die Smasher vom neuen Album „Endlich 18“ wie „Immer mehr“; „MoDiMi“, „Emily“, „Thomas“ oder „Vater und Sohn“.
Bei „Frösche“ wird mal wieder die Nebelanlage in Gang gesetzt…die lustigerweise auf der Galerie steht und die Nebelschwaden so langsam Richtung Bühne wabern. Da das ja immer wieder passiert, fragt Burger nach, ob die denn wohl neu wäre, was bejaht wurde…aha, daher der häufige Einsatz.
Die Enden der Songs werden heute häufig noch mal gespielt, immerhin hat Burger am Anfang ja erklärt: Wenn ein Song vorbei ist, Arme hoch und jubeln…aber das ist ihm oft nicht laut genug, also wird’s immer wieder geübt und klappt dann auch gut! Zumindest für 30 Leute…oder sind es inzwischen schon vierzig?
In der Ansage zu „Bayern hat verloren“ stellt Burger fest, dass eigentlich keine Fußballfans im Saal sein können, weil die ja alle im Café nebenan sitzen und Bundesliga schauen.
„Frau Schmidt“ bekommt auch heute wieder ein klasse Intro – Die Band performt „Und es war Sommer“ von Peter Maffay (der Burger ungefähr bis zum Bauchnabel gehen dürfte :-) – Aber das nur nebenbei…viel zu schnell ertönt der letzte Song des Hauptsets „Heute hier morgen dort“.
Natürlich schreien wir so laut wie möglich, damit es Zugaben gibt…mit Erfolg. Die Band kehrt zurück und legt noch mal nach mit „Mädchen wie wir“, „Tod in der Nordsee“, „Liebeslied“, „Saufen“ und „Nie wieder Rock’n’Roll“. Dann war es das aber endgültig – aber ich schwöre, selbst die Blues-Brothers am Bühnenrand haben mitgerockt!

Der Saal leert sich natürlich extrem schnell, waren ja auch nicht viele da. Nachdem dann das Licht angemacht wurde, beschließen wir, auch mal ins Café nebenan zu wechseln, wo wir uns noch die Zeit verweilen, bis auch dort die Lichter angehen und wir dann notgedrungen den hübschen Laden verlassen müssen.
Die Fahrt nach Düsseldorf verläuft glatt, ist für mich ja auch mal eine ganz neue Strecke. Nur auch dort: Keine Raststätten oder Autohöfe. Wir wollen aber noch etwas essen, nur ich mag McDonalds nicht wirklich…leider bleibt uns dann doch nichts anderes übrig, als in Hilden bei McDreck einzukehren und der Laden hat seinem Spitznamen auch alle Ehre gemacht – oh mein Gott, das war wirklich grenzwertig…schnell wieder weg und die letzten Kilometer weiter nach Düsseldorf, dort nur unter Mühen einen Parkplatz gefunden – ich bin schon ziemlich mit den Nerven runter. Mit letzter Kraft zu Micha und Rob geschleppt, die fünf Etagen hochgekrochen – und nun kehrt endlich Ruhe ein – denn neue Kräfte müssen gesammelt werden für den dritten und letzten Tag unserer kleinen Schröders-Tour.

- BiBi -

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