Monsters of Liedermaching in Essen (Zeche Carl)

Samstag, 27. November 2010 - Micha

Wenn ich mal zurück denke, dann habe ich tatsächlich weit über ein Jahr ohne die Monsters verbracht. Doof, aber nicht zu leugnen.
Umso mehr freut es mich, dass mich meine Reise heute ins nicht allzu weit entfernte Essen führt, wo die Monsters in der uns bereits bekannten Zeche Carl auftreten.
Natürlich freut es mich umso mehr, dass ich den Abend dort nicht allein verbringen werde, denn natürlich ist auch Bibi am Start und auch unsere gemeinsame Freundin Maike hat sich angekündigt. Besonders schön, denn Maike wird von uns heute quasi monsterstechnisch entjungfert und weiß noch gar nicht, was sie erwartet. Spannende Sache.
Wir verquasseln die Wartezeit, ein weiterer Monsters-Fan gesellt sich zu uns und bald öffnen sich die Türen zum Vorflur. In freudiger Erwartung sehe ich am Ende des Flurs den Merch-Stand und spaziere los. Aber denkste! Die öffnen hier die Türen bloß, damit sie jedem, der durchgeht sagen können, dass ja noch gar nicht offen sei....Achso! Hätten sie da doch mal lieber Tottes Ratschlag beherzigt:
Lässt du die Tür zu, heißt das dann für den anderen:nein!
Irgendwann denken aber alle so wie ich und als dann 50 kleine Monsters-Herzchen frohlockend den Gang herunter hüpfen und unter Schlachtgesang verdeutlichen, warum sie hier sind, schaffen wir es immerhin bis zum Ende des Flurs.
Da entstehen dann teilweise Tokio-Hotel-artige Zustände, es wird sich vorgedrängelt und geschoben und gedrückt, nunja. Wir lassen uns nicht beirren und finden dann beim Einlass alle einen schönen Platz in der ersten Reihe. Ehrensache!
Lasst es mich gleich vorweg nehmen: Es erwarten uns insgesamt 45 Songs (wenn ich mich jetzt nicht verzählt habe), darunter auch soviel neues Zeug, dass es beinahe zu einer Reizüberflutung kommt, und ich mich am Ende des Abends tatsächlich nicht mehr an alle Songs 100% erinnern kann.
Erstmal geht es aber los mit altbekanntem wie dem „Herzblatthubschrauber“, dem „Schlittschuh-Lied“ (immernoch soooooooo schön!!!) und Totte will wie immer n „Döner“.
Burger kann ihm da nicht zustimmen, er wünscht sich lieber ein Pferd. Und getreu dem Motto: Jedem seine eigene kranke Phantasie, stellt sich Labörnski vor, er wäre ein Superheld in Form einer Kackwurst.
Pensen ist da schon eher „professionell“, er lässt sich von seinen Kollegen musikalisch begleiten, in dem diese sich mit langen Plastikröhren aufn Kopf hauen.
Aber auch über privates werden wir auf dem Laufen gehalten, Tottes Freundin ist nun ein Vampir und er muss mit ihr zum Glück kein Fußball gucken; Fred hingegen hat gar keine Freundin mehr, dafür aber noch ihre Auflaufform. Klar soweit? ;-)
Pensen zeigt als Antwort seine „Pure Emotion“ und mit „Sexkranker Expunker“ und „Durchschnitt“ werden wir in die Pause begleitet.
Der Saal ist so gut gefüllt, dass es beinahe schwierig wird, nach draußen zu kommen, aber Timmey am Merch-Stand hallo sagen muss auch kurz sein.
Etwas ernstere Töne gibt es dann im zweiten Set, Burger wird nachdenklich und fragt sich, ob er endlich so ist, wie ihn alle wollten. Im Herzen isser wohl doch noch der alte Punker, und das ist auch gut so!
Labörnski schafft es endlich, seine nicht gehaltene Hochzeitsrede nachzuholen und rührt damit wahrscheinlich nicht nur seine Frau sondern auch heute den ganzen Saal.
Fred beschwert sich hingegen, dass wir das ganze verdammte, verfluchte Leben nur warten müssen, und da kann ich ihm nur absolut zustimmen.
Dann werden wir endlich mal wieder in das spannende Leben von Horst und Sabine entführt, aber Horst ist gar nicht da, der is nämlich bei Ulrike.
Solche Probleme hat Burger zum Glück nicht, er hat ja seinen „1.Reihe Fan“.
Nun steht der Balldenteil an, und ich bin ein bißchen beunruhigt, ob das heute so gut klappt, denn die Stimmung im Saal ist recht ausgelassen.
Pensen präsentiert uns „Morgen noch einmal“, Fred spielt das sehr selten gehörte „Musikküssen“ und Rüdi gibt „Mona“ zum besten. Immer wieder gern gehört!
Das wars dann aber auch schon mit den ruhigen Songs, das Publikum will feiern und das können sie auch, z.B. zu „Tod in der Nordsee“, „Moti“ und „Marzipan“.
Mit „Ich trink dich schön“ und „4 Meter“ steht dann am Ende des Hauptsets nach unfassbaren 37 (!) Songs die Frage im Raum, ob wir denn nicht schön müde seien und langsam genug hätten.
Natürlich nicht!
Wie schade das auch wäre, denn dann hätten wir Rüdis großartigen Song über „Heidi und Seal“ verpasst, der mich so zum Lachen bringt, weil er einfach nur wahr ist.
Alles andere ist altbekannt und endet wie immer mit Algerien unplugged, das auch heute funktioniert, unfassbar bei so vielen lauten Leuten.
Beinahe beim letzten Ton beginnen dann fluchtartige Aufräumarbeiten im Saal und ein wenig später wird uns auch klar, warum: Im Anschluss findet eine Schwulen- und Lesbenparty inklusive Dark Room statt. Draußen herrscht ein bißchen Konfusion, Monsters-Fans gehen, Partygäste kommen...wir schaffen es aber noch, allen kurz hallo zu sagen und ein paar nette Worte zu wechseln.
Nun aber schnell raus hier und noch einen kurzen Zwischenstopp beim Burger King eingelegt, bevor Bibi sich wieder aufmacht Richtung Norden und Maike sich bereit erklärt, mich nach Hause zu fahren, vielen lieben Dank nochmal dafür!
Ich wünsche allen Monsters eine rockige Adventszeit und hoffe, wir sehen uns dieses mal etwas schneller wieder! :)

-Micha

Fotos aus Essen, Zeche Carl