Pohlmann in Lübeck (Riders Cafe)

Sonntag, 20. März 2011 - BiBi

Manchmal trifft es sich ganz ausgezeichnet. Nachdem ich leider nicht zum Pohlmann-Konzert im benachbarten Bremen im November 2010 konnte, da ich musikalisch in Holland unterwegs war, tauchte ein Termin auf, den ich auch noch viel besser fand. Nämlich der Ingo in Riders Cafe, einem meiner Lieblingsclubs in unserem Lande. Und mit 150 km Entfernung ist Lübeck auch immer noch im Rahmen des machbaren.
Zum Glück hatte auch Petra Lust, nach Lübeck zu fahren und so sicherten wir uns schon frühzeitig unsere Tickets, da der Laden ja nicht besonders groß ist und mir klar war, dass es nicht lange Karten geben wird…so war es dann auch. Aber erst musste noch der lange Winter überstanden werden, bis es dann an einem Sonntag im März gen Norden ging.

Wir hatten geplant, so ca. eine Stunde vor Einlass anzukommen, da man im Eingangsbereich des Clubs ja auch recht gemütlich warten kann – und waren schon erstaunt, dass bestimmt schon 20 Leute ebenfalls dort waren. Nun gut, warten wir gemeinsam. Es füllte sich dann auch zusehends, die Schlange ging quer über den Hof die Straße lang. Ich war nun schon so einige Male bei verschiedenen Bands im Riders, aber so was hab ich dort noch nicht beobachten können.

Pünktlich begann der Einlass inklusive Taschenkontrolle, war mir dort auch noch nicht passiert. Aber zügig ging’s hinein und Petra und ich sicherten uns ein Plätzchen auf der linken Seite der Bühne…1. Reihe natürlich. Irgendwie hofften wir, dass es ohne Vorgruppe abgehen würde, da der nächste Tag ja nun mal Arbeitstag ist und wir beide wieder früh aus den Federn mussten. Aber so war es dann leider nicht.
Um 21 Uhr betraten Musiker die Bühne und Petra erkannte Cäthe wieder – war sie doch auch schon beim Hamburger Pohlmann-Konzert Support gewesen.

Hm…nun, wie sage ich es…sicher ist die Cäthe aus Hamburg eine ganz Nette und ihre Stimme ist ja auch nicht uninteressant, aber ansonsten war das überhaupt nicht meins. Weder musikalisch noch textlich…sie hatte sicher Spaß auf der Bühne, das respektiere ich, aber mehr kann ich leider nicht über diesen Auftritt sagen. Er fesselte mich nicht, ich hoffte eigentlich nur, dass er schnell vorbei ist. Lustig war es, als ich daheim mal bei Facebook nach Cäthe guckte und feststellte, wer eigentlich ihr Bassist ist – nämlich Flozze, den ich nun von DAS PACK kenne. Das wäre ein witziges Wiedersehen gewesen, wenn denn Flozze auch tatsächlich in Lübeck gewesen wäre…war er aber nicht. Nun denn…

Die Umbaupause ging recht zügig voran, viel musste auch nicht getan werden und dann ging es um 21.45 Uhr auch gleich mit dem Ingo weiter. Der Club war wirklich rappelvoll, so voll hab ich ihn noch nicht erlebt und ich freute mich für Betreiber Kai-Uwe und seinem großartigen Riders-Team…nur so kann ein Music-Club ja letztendlich überleben.
Pohlmann startete mit einem Song aus seinem neuen Album „König der Straße“ namens „Gut so“. Mit „Musik“ zog das Tempo schon etwas an und das Publikum zeigte auch, dass es feierfreudig war. Bei der aktuellen Single, „König der Straße“, konnte schon kräftig mitgesungen werden. Und so ging es dann auch weiter – Pohlmann hielt sich nicht unbedingt mit langen Reden auf, obwohl ich ihn sehr gern erzählen höre…aber Songs wie „Wenn es scheint das nichts gelingt“ sprechen auch für sich :)
„Fliegende Fische“ ist auch so ein toller Mitsing-Song – einer meiner liebsten vom letzten gleichnamigen Album – und „“Wenn sie lächelt“ vom aktuellen Album wird die nächste Single werden und das ist meiner Meinung nach eine sehr gute Wahl.
Nun waren ruhigere Töne angesagt mit „Unten im Meer“, „Wohin“ und dem immer noch wunderschönen „Zurück zu dir“.
Aber nun genug ausgeruht, das Tempo zog wieder heftig an und alle sangen beseelt bei „Mädchen und Rabauken“ mit.
Pohlmanns immer noch größter Hit ist aber wahrscheinlich „Wenn jetzt Sommer wär“ und das merkte man nicht zuletzt daran, dass die Stimmung im Saal echt kochte und das Publikum doch viele Passagen allein sang.
„Selbstverliebt“ gehört wieder zu den ganz neuen Songs von Ingo und ist auch ein sehr gelungener. „Ich will, dass du mitgehst“ gehörte auch zu der sehr rockigen Kategorie, aber dann gab es noch einmal ruhigere Töne mit der ersten Single-Auskopplung des aktuellen Albums „Für Dich“ sowie dem immer wieder gern gehörten „Für Mina“.
Das Finale hat dann noch mal so richtig geknallt…“Der Junge ist verliebt“ ging richtig nach vorn und Lübeck sang, lachte und feierte.
Natürlich gab es brandenden Applaus und Zugabe-Forderungen…zum Glück ließ Pohlmann sich auch nicht lang bitten und kehrte zunächst allein auf die Bühne zurück. Als Zugabe zelebrierte er uns „Morgen schon“ sowie das schöne „Sternschnuppe“-Lied…und erzählte dann von seiner Kindheit in Rheda-Wiedenbrück – und von der dicken Bine, dem Kurzhaardackel der Familie – und was die Kinder doch so getrieben haben im Sommer. Darüber sang er dann auch ein Lied, leicht makaber, aber sehr amüsant. Von eben der dicken Bine, die ein mit Tabasco präpariertes Überraschungsei zu fressen bekam und von Insekten, denen der Garaus gemacht wurde etc. In Lübeck kam der Song auf jeden Fall mächtig gut an, was wohl aber nicht überall auf der Tour so war.

Zum letzten Song „Zwischen Heimweh und Fernsucht“ kehrte die großartige Band noch einmal zurück auf die Bühne und so schwang der Abend vergnüglich aus. Fast genau um Mitternacht war das Konzert beendet…gern wären wir auch noch etwas geblieben, aber leider – leider – die Nacht war zu kurz, um noch zu verweilen. Also gleich ins Auto und zurück gebraust in die heimatlichen Gefilde. Gegen 2 Uhr war ich wieder daheim und blickte auf einen zauberhaften musikalischen Abend zurück…Danke, Ingo :)

- BiBi -

zu den Fotos von Pohlmann und
zu den Fotos von den Cäthe