The Baseballs in Hamburg (Docks)

Dienstag, 8. November 2011 - BiBi

Kaum hat es für mich angefangen, soll es auch schon wieder vorbei sein. Heute steht das Abschlusskonzert der Baseballs in den Docks an. Da war ich zwar gerade erst vor kurzem, aber natürlich hab ich mir auch für dieses Konzert ein Ticket geholt.
Nachdem ich für das erste Konzert ein VIP-Ticket hatte, diese ganze VIP-Sache aber etwas in die Hose ging, hatte ich mich an den Fanshop gewandt und mitgeteilt, dass ich mit dem Ablauf des Abends nicht einverstanden war – und ich es nur fair finden würde, wenn man mein normales Ticket fürs Abschlusskonzert upgraden würde. Als man mir mitteilte, dass man meinem Wunsch entspricht, freute ich mich sehr…daher kann ich dem heutigen Konzerttag frohen Herzens und stressfrei entgegen fahren. Ich habe hart für ein paar freie Tage arbeiten müssen, viele Überstunden gemacht – und nun soll die Belohnung dafür kommen.
Für das vor dem Konzert stattfindende Meet & Greet soll ich diesmal um 17.30 Uhr am Club sein – ich komme aber schon fast zwei Stunden früher an, denn ich weiß ja, dass liebe Menschen bereits dort sind. Schon in der Parkgarage laufe ich Lisa über den Weg, aber die Begrüßung muss warten, denn erst brauch ich eine Toilette :D – Lisa kommt mal gleich mit und dann ist auch endlich Begrüßungszeit. Thessi ist auch schon vor Ort, ebenfalls Miri, Mareike etc. Toll, alle wieder zu sehen – und dann kommt jemand um die Ecke, die ich beim Meet & Greet in Berlin kennengelernt habe. Karo, wieder mit ihrem hübschen Rock’n’Roll-Kleid. Wir quatschen und quatschen und dann ist es auch schon kurz nach halb sechs und der Betreuer des M&G kommt mit den VIP-Pässen vor den Club. Auch diesmal geht’s um den Häuserblock herum zur Prinzenbar, wo das ganze stattfindet.
Heute sind es mit mir nur acht Leute, die ein VIP-Ticket haben, was für eine schöne kleine Runde. Obwohl ich eigentlich mitgeteilt bekommen hatte, dass ich kein Fan-Package mehr bekommen würde (was ja auch vollkommen in Ordnung ist), drückt man mir doch eins in die Hand, quasi als Entschädigung für den Ärger letztes Mal. Super, sehr nette Geste.
Ein bisschen müssen wir auf Basti, Sam und Digger noch warten, der Soundcheck wird und wird nicht fertig. Aber dann ist es soweit und Basti und Sam tauchen auf und begrüßen die Wartenden. Digger hätte noch auf der Bühne zu tun, daher fangen die bereits Anwesenden nach der herzlichen Begrüßung schon mal an, Autogrammwünsche zu erfüllen. Ich bin in der Hinsicht wunschlos glücklich, mein Blechschild hatte ich bereits in Berlin unterschreiben lassen und mehr braucht‘s nicht für mich.
Digger taucht dann auch auf, mischt sich gleich mal unter die Leute, es wird ein bisschen in allen Ecken geplaudert und erzählt – alles sehr locker und nicht nach Schema F – das gefällt mir gut. Basti stellt sich dann irgendwann mal an einer Wand auf und fragt, wer Fotos will – er möchte jetzt fotografiert werden. Also geht es zu dem Part über und Fotos kann man nie genug haben, ich auch nicht…da lass ich mich nicht lang bitten. Als Digger mir erzählt, dass er voll Bock hat, am nächsten Tag beim Dick Brave-Konzert in Köln am Merchandise-Stand zu arbeiten, glaube ich, er will mich verkohlen. Gerade selber Tourabschluss und dann bei der „Konkurrenz“ Merch verkaufen? Aber er weiß auch nicht, ob das klappen kann, noch hat er nichts gehört. Ich muss allein beim Gedanken daran schon so lachen und stell mir das sehr lebhaft vor.
Dann müssen die drei auch schon los, eine kurzweilige halbe Stunde ist vorbei und hinterlässt ein sehr gutes Gefühl. Es ist auch noch etwas Zeit, wir können noch was trinken, bevor es dann nach unten in die Halle geht. Ich wähle heute einen Platz in der Mitte vor der Bühne und warte auf den Einlass. Links neben mir stehen zwei aus Belgien angereiste Fans – und nachdem der Einlass begonnen hat und zu meiner rechten Miri und Mareike angekommen sind, hab ich auch links eine neue Nachbarin. Ein Fan aus Finnland, die dann auch unbedingt noch ihre Freundin in die erste Reihe haben will, aber es ist jetzt schon irre eng, nur sie geben einfach nicht auf und irgendwie passt es dann, auch wenn ich da locker zwei Plätze weiter gerückt bin. Pia, so ihr Name, bedankt sich immer wieder herzlich bei mir. Alles schön und gut, nur auf früheren Konzerten hat es genau mit der jungen Dame schon Probleme gegeben und da wurde nicht mal auf einen freundlichen Gruß reagiert. Aber so ein, zwei oder noch mehr Bier vor dem Konzert machen mich dann für sie wohl doch sympathisch ;) Ich will eh keinen Stress, mit niemanden, so haben wir dann doch alle mehr Spaß an Konzerten.
Und nun folgt wieder diese unsägliche Wartezeit auf den Beginn…ich habe auch keine Hoffnung, dass es pünktlich um 20 Uhr startet – aber um 20.15 Uhr ist es dann doch endlich soweit und der kleine Film startet auf der inzwischen sehr schmuddeligen Leinwand (Riesen-Laken).
Die Setlist ist heute auch identisch wie beim ersten Konzert in Hamburg, ich werde nicht jeden Song auflisten. Inzwischen hab ich den Starter „No diggity“ total gern, das rockt gleich richtig los und die Bude ist voll in Schwung. Auch heute ist es wieder total heiß im Saal, die Klimaanlage schafft da wohl nicht so viel, aber das soll nicht weiter stören. Genießen ist angesagt. Und Digger, Basti und Sam geben auch wirklich wieder alles. Sieben Wochen Tour liegen hinter ihnen und noch immer wirken sie frisch und fit auf der Bühne. Sie lassen die Hüften rollen, dass es einem schwummerig wird – sie tanzen, sie springen, sie singen, als wenn es um ihr Leben geht. Einfach bewundernswert. Sam macht fast Spagat, das tut mir schon beim Zugucken weh.
Bei „I do“ werden wieder Seifenblasen-Fläschchen ins Publikum geworfen. Und zur Freude der Baseballs funktioniert die Seifenblasenmaschine heute so gut wie nie vorher auf der Tour und der Bühnenraum ist voller hübscher schillernder Seifenblasen.
Die sogenannten „blöden“ Spiele werden natürlich auch wieder gespielt – das Publikum singt nach, was vorgesungen wird, egal, was für seltsame Sachen das sind. Das macht einfach alles gute Laune. Ich liebe „Angels“ und „I don’t feel like dancing“ genauso wie „Torn“, „Candy Shop“ oder „Bitch“. Eine musikalische Perle reiht sich an die andere – im Hinterkopf habe ich aber immer den Gedanken, dass es nun schon das letzte Konzert für dieses Jahr ist – und mein Baseballs-Jahr hat ja quasi erst angefangen *seufz*. Aber wenigstens gibt’s heute keine Probleme mit dem Fotografieren – Blitzen ist nicht strengstens verboten – dafür ist heute aber verboten, die Jacken vorn über die Absperrung zu hängen. Das hatte ich auch noch nie. Man lernt nie aus, was sich die Security immer so einfallen lässt.
Der Akustikteil wird wieder mit „Hard not to cry“ und „California Gurls“ gefüllt. Auch diesmal steht Tourmanager Saki hinter der Strandbar und mixt mit einem schicken pinken Hut auf dem Kopf seine Cocktails. Die Finnin neben mir freut sich sichtlich, kann sie doch gleich ihren Pegel wieder etwas auffüllen. Und die Ordner haben sichtlich Spaß dran, das lange blaue Stück Stoff wellenförmig zu schwingen. Ich hab auch Spaß dran, denn die kühle Luft tut sehr gut :D
Nach dem Akustikteil geht die Post dann aber wieder richtig ab, ob mit „Follow me“, „Chasing cars“ mit brennendem Piano oder „Hot and Cold“, wo wieder gesangliche Unterstützung von zwei weiblichen Wesen gefordert wird, die auf die Bühne geholt werden. Und schon kündigt Basti den letzten Song an, so ein Mist. Bei „I’m yours“ singen alle nochmal laut mit, dann ist das Hauptset schon vorbei. Digger, Sam und Basti verabschieden sich winkend vom Publikum, aber das tobt natürlich laut und ausdauernd – und so kehrt dann endlich Jan zurück ans Piano – mit angeklebtem schwarzem Schnauzer. Oha…das kleine Filmchen läuft, der Rest der Band kommt – und dann auch The Baseballs, ebenfalls alle mit diesem Schnauzbart. Hihi, genau, letztes Konzert, da ist Fools Day, da wird immer gern ein Späßchen gemacht. Mit „Never ever“ startet dann die Zugabe und beim Saxophonpart am Ende kommen dann weitere Crew-Mitglieder auf die Bühne mit aufgeblasenen Plastik-Saxophonen und spielen mit. Sehr cool :)
Bei „Quit playing games“ sind die Bandmitglieder am Ende wieder vorn an den Mikrofonen und führen ihre umwerfende Performance vor, aber auch die Crew steht mit auf der Bühne.
Beim letzten Song „Born this way“ wird das Publikum wieder in drei Teile eingeteilt und jeder singt sein vorgegebenes Wort, so dass laute Chöre entstehen – und dann ist die schweißtreibende und höchst unterhaltsame Show auch schon vorbei – über zwei Stunden wie im Flug vergangen. Kann doch alles nicht wahr sein. Das soll‘s jetzt gewesen sein für dieses Jahr? Och Mönsch…
Mich hält es jetzt aber auch nicht mehr lange im Club, ich möchte nur noch an die frische Luft…bisschen ausdampfen, bisschen mit Leuten plaudern – und endlich ist auch Zeit, mit meiner holländischen Mariska zu quatschen, die heute angereist ist und die ich dieses Jahr das erste Mal sehe. Wir hocken noch eine ganze lange Weile zusammen, auch wartend auf Basti, Digger und Sam, um ein letztes Lebewohl zu sagen und ihnen eine gute Zeit zu wünschen. Daher wird’s heute doch wieder recht spät bis zur Heimfahrt. Mir macht das ein bisschen Angst, denn Thessi schläft heute Nacht wieder bei mir – und muss morgens um kurz vor neun schon wieder zum Zug gebracht werden, um 11 Uhr starte ich dann mit einer Freundin zum nächsten Konzert nach Köln. So wird es eine sehr kurze Nacht, aber das ist nun mal Rock’n’Roll – bekanntlich kein Kindergeburtstag.
-BiBi -

Fotos von The Baseballs in Hamburg