Söhne Mannheims in Zürich (Hallenstadion) - von Gastautorin Steffi (CH)

Donnerstag, 17. November 2011 - BiBi

Wenn ich etwas an einem Konzerttag nicht ab kann, dann unnötigen Stress. Aber davon hatte ich leider vor Konzertbeginn für meinen Geschmack schon zu viel. Meine Eltern und ich waren zwar bei ihnen zu Hause zeitig los, aber dann sind wir trotzdem in den lästigen Feierabend-Stau geraten und haben dank mühsamem Stop’n’Go nicht die üblichen 5/4h nach Zürich gebraucht, sondern geschlagene 2 1/4h *grummel* Es wäre ja nun nicht so, dass wir dann zu spät dran gewesen wären, mit Sitzplätzen ja eh nicht, aber trotzdem… Beim Einlass dann der nächste Aufreger: Frauen mit Handtaschen so gross wie Einkaufstaschen wurden kommentarlos durchgelassen, aber meinen Pa wollten sie partout zur Abgabe seines kleinen Rucksacks (=Handtaschengrösse) zwingen, der sei “grenzwertig“ in seiner Grösse… Das ich nicht lache! *immer noch nerv* Das war bisher noch nie ein Problem gewesen und nun plötzlich doch?! Wohl gemerkt: Wir zahlen jährlich VIP-Member-Beiträge, da erwarten wir dann eigentlich schon einen etwas anderen Umgangston… Nun gut, lassen wir das und gehen wir jetzt zur Konzertberichterstattung über ;)
Mein Pa hatte für uns die Tickets besorgt und so hatte ich vorgängig keinen Plan, welche Sicht ich auf die Bühne haben würde. Da meine Eltern aber ungefähr so begeisterte Konzertbesucher sind wie ich [Jaja, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm :P ] hatte mein Pa aus den im Saalplan verbliebenen freien Plätzen super ausgewählt und wir sassen zur linken Seite der Bühne, im vorderen Drittel der Halle, ca. mittig in unserem Rang [Für diejenigen unter euch, die sich das im Saalplan ansehen wollen: Sektor S ;) ]
Das Konzert begann pünktlich um 20.15, ohne Vorband (Zu meiner Freude *hehe*)
Die Show beinhaltete insgesamt 3 “Kostümwechsel“, was ich schon mal sehr spannend fand, weil ich das bei einer Combo wie den Söhnen nicht erwartet hätte. Zu Beginn der Show trugen sie allesamt Anzüge, passend zum Casino BRD-Thema, welches sie auch auf der Leinwand mit Roulette, Poker und den üblichen gängigen Glückspielen eingeleitet hatten. By the way: Leinwand - Eigentlich wäre diese sehr cool designed gewesen, bloss aus unserer seitlichen Sicht war dieses Design eher unpraktisch, denn so konnte man auf der Leinwand kaum etwas bis genau nichts erkennen von den Bildern und Texten die zum Einsatz kamen :(
Das 2te Outfit waren dann orange Ganzkörperanzüge, die mich persönlich stark an die Guantanamo-Anzüge erinnerten - was von der Band, so nehme ich an, auch so beabsichtigt war, denn es liefen bei dem Part Texte über Amnesty auf der Leinwand.
Als letztes, nennen wir es “Wohlfühl-Styling“, kamen dann alle in ganz normalen Klamotten, jeder eben mit seinem persönlichen Touch.
So abwechslungsreich die Outfits und ebenso die Bühnenbeleuchtung waren, so war es auch die Setlist. Als Opener hatten sie “Barrikaden von Eden“ gewählt, den Titelsong ihres neuen Albums, was ich zu meiner Schande ja noch nicht in meiner Sammlung stehen hab *schäm* Nichts desto trotz hab ich mich vom ersten Ton an mitreissen lassen – ganz im Gegensatz zu der Mehrzahl des anwesenden Publikums. Ich weiss ja, dass die Schweizer manchmal etwas Anlaufschwierigkeiten haben, aber ganz ehrlich: die Söhne haben mir echt leid getan, denn die “Bünzli-Schweizer“ waren einfach nicht wirklich in Stimmung zu bringen. Nicht einmal bei den Klassikern wie “Lieder drüber singen…“ , “Geh davon aus…“ oder “Wenn ein Lied…“, wo man erwarten könnte, dass die Leute vor Begeisterung selber nach den Feuerzeugen greifen oder die Arme hin- und her schwenken, nicht einmal da kam ohne Aufforderung der Söhne eine Reaktion... Ich war entsetzt und enttäuscht!
Nun gut, für das miese Publikum konnten ja die Söhne nichts, also schwenken wir wieder zur Setlist zurück ;)
Die Setlist schien für mich gut gemischt, also Neues wie Altbekanntes, Schnelles wie Gefühlvolles. Mir persönlich eingeprägt haben sich die Songs “IzOn“ , eine Kracher-Nummer recht zu Beginn der Show, “Wir“ und das darauf folgende “Freiheit“, für mich ein typisches Söhne-Lied mit Sozialkritik und Denkstoff, dann “Eltern wie Engel“ (Da musst ich dann auch kurz meine Mum und meinen Pa knutschen) sowie “Oben oder Unten“ aus den Zugaben, ein wiedermal wundervolles Lied über die Liebe ;)
Nach 2 1/4h war die Show dann leider rum und als wenn das Hallenstadion bei uns für den Abend nicht schon genug schlechte Eindrücke hinterlassen hätte, wurden wir auch noch förmlich aus der Halle rausgeschmissen. Mir ist ja schon klar, dass die Angestellten auch mal Feierabend wollen, aber hey, ich kann auch nicht mitten in meinem Nachtdienst einfach keine Klingel mehr bedienen weil ich grad müde bin… In so ‘nem Event-Job sind die Arbeitszeiten halt bisserl quer!
Nun gut, mein Pa, meine Mum und ich haben uns dann also auf der Rückfahrt noch den Kopf zerbrochen darüber, wie wir den Abend einordnen wollen, denn schliesslich waren meine Eltern schon mal bei den Söhnen und damals waren sie beide hell begeistert gewesen. Wir sind dann zum Schluss gekommen, dass wir uns auch für ein nächstes Mal wieder Tickets sichern würden und wieder 3/4 Jahr in Vorfreude schwelgen wollen, denn über die Söhne können wir 3 von dem Abend nur Gutes berichten und das Konzerterlebnis Söhne Mannheims hat bei mir definitiv eine zweite Chance verdient!

- Steffi aus der Schweiz -

Fotos von den Söhnen Mannheims in Zürich