Boppin' B in Emden (Alte Post)

Freitag, 2. Dezember 2011 - BiBi

Nachdem ich es im Oktober nicht geschafft habe, trotz gekaufter Tickets zum Boppin‘ B-Konzert ins Bremer Lagerhaus zu fahren, hatte ich mir natürlich einen Ersatztermin heraus gesucht. Denn abgesehen davon, dass ich die Scheisskapelle in diesem Jahr auch noch nicht oft live genießen konnte, hatte ich meiner Mutter ein Ticket zum Geburtstag geschenkt. Immerhin handelt es sich bei der Boppin-Bande um ihre erklärte Lieblings-Band. Was zeigt, dass man auch mit 78 Jahre noch durchaus einen super Musikgeschmack haben kann…gute Aussichten…die Gefahr, dass ich in fortgeschrittenem Alter nur bei Heino, Patrick Lindner und Co. abhänge, ist somit gebannt. :D
Meine Wahl fiel auf das Konzert Anfang Dezember in Emden. Zum einen fand es an einem Freitag statt, zum anderen mag ich die Alte Post in Emden sehr gern und bin schon diverse Male dort gewesen. Parkplatz direkt vor der Tür, sehr preiswerte Ticket- und Getränkepreise – und Emden an sich ist auch sehr schnuckelig.
Also starteten meine Mutter und ich am frühen Freitagabend, um die 180 km Strecke zu meistern – natürlich nicht, ohne in eine Vollsperrung kurz vor Emden zu geraten und von der Autobahn abgeleitet zu werden. Der Stau auf der Landstraße war nervig, meine Blase drückte schon wieder heftig. Ich hab irgendwie bei Fahrten zu Boppin‘ B inzwischen ein schlechtes Karma aufgebaut…die Horrorfahrt kaum ein Jahr vorher nach Lübeck bleibt immer im Hinterkopf.
Aber um 19.40 Uhr kamen wir vor der Alten Post an – Parkplatz war wieder direkt vor dem Eingang frei, super…aber die Blase, die Blase…und Öffnung des Clubs sollte erst um 20 Uhr stattfinden, so blieb nichts anderes übrig, als doch mal an der Tür zu klopfen und um kurzfristigen Einlass zu bitten. Uns wurde auch aufgemacht, dafür nochmal ein herzliches Dankeschön. Gern gingen wir nach dem Toilettenbesuch für die letzten 15 Minuten wieder vor die Eingangstür und trafen dort nette Fans, mit denen wir plaudern konnten. Und dann durften wir auch schon wieder hinein. 15 Euro Eintritt ist doch wirklich ein mehr als fairer Preis, nur noch getoppt von den Getränkepreisen. Ein Mineralwasser kostet 50 Cent, Softdrinks 1 Euro, Becks 1,50 Euro…wo gibt es denn sowas sonst noch?
Meine Mutter und ich platzierten uns vorn rechts an der Bühne…ich wollte erst noch einen Stuhl für die Mama besorgen, sie kann wegen ihren künstlichen Kniegelenken nicht den ganzen Abend stehen, aber sie hockte sich auf die kleine Treppe, die in den Tresenbereich führte und war damit mehr als zufrieden. Gut so…bald drauf kam auch endlich Anja, meine süße Rockabella…wir haben uns dieses Jahr einige Male verpasst und viel zu selten gesehen, daher freute ich mich riesig, sie endlich mal wiedertreffen zu können. So verging die Zeit bis zum Beginn des Konzerts wie im Flug. Relativ pünktlich um 21 Uhr kam dann die fabulöse Band auf die Bühne. Der Club war auch sehr schön gefüllt, reichlich Rock’n’Roller dabei.
Die Aschaffenburger hatten auch richtig Bock und spulten ihre Songs einen nach dem anderen ab – ohne viel zu sabbeln, was mich eigentlich nicht so sehr freute, da ich die manchmal sinnfreien Sprüche und Unterhaltungen doch sehr liebe. Aber heute stand die Musik im Vordergrund und davon gab es reichlich. „Hot Rod Girl“, „Rockin Rollin Stone“, „Honey Hush“, „King of Bongo“, „Rock me if you can“, „Upjumped the Devil“, „Mercury“, „Jump Jive and Whail“ oder „If you believe“ gehören zu den oft dargebotenen Stücken. “16 Chicks” kannte ich noch nicht – und über “Here she comes again” und “We can leave the world” hab ich mich riesig gefreut, weil die doch eher selten gespielt werden.
Dass „Broken hearted Story“ inzwischen regelmäßig im Programm ist, ist einfach klasse und tröstet mich über das inzwischen nur noch nervende „Chemical Reaction“ hinweg ;)
Eine Riesen-Überraschung war auf jeden Fall „Why“ – ich glaub, das hab ich überhaupt in all den Jahren erst ein oder zweimal live erlebt. Klasse und tausend Dank dafür.
Viel zu schnell verging die Zeit und das Hauptset wurde beendet – die Band verließ die Bühne, das Publikum klatschte weiter, aber die Herren zierten sich noch ein bisschen und ließen sich Zeit mit der Rückkehr – meine Mutter fragte mich schon ganz traurig, ob jetzt schon aus wäre. Nein, da kamen sie dann doch wieder und beschwerten sich ein wenig, dass der Rückholapplaus nicht gerade doll gewesen war – den Eindruck hatte ich zwar nicht, aber gut, das empfindet jeder anders. Aber nun ging es nochmal richtig zur Sache, unter anderem mit „Lazy Bad Boy“ und „The Look“, wo die Emdener richtig gut mitgesungen haben.
Als die Band nun erneut die Bühne verließ, wurde auch lauthals ZUGABE gerufen – das gefiel den Aschaffenburgern wohl besser und sie erschienen schnell für weitere drei Songs zurück auf der Bühne. Doch dann war der letzte Ton wirklich verklungen und Musik vom Band setzte ein.
Meine Mutter hatte für „ihre Jungs“, wie sie die Fünf nennt, kleine süße Mitbringsel, die sie nun verteilte. Wir blieben auch noch eine kleine Weile, da ich schon so lang nicht mehr mit den Herren quatschen konnte und ein wenig Nachholbedarf hatte. Mir war auch während des Konzerts schmerzlich bewusst geworden, wie sehr ich Michas Stimme vermisst hatte…so hoffe ich, dass es bis zum nächsten Wiedersehen nicht zu lang dauert.
Gegen Mitternacht verließen meine Mutter und ich dann den inzwischen fast menschenleeren Club und starteten die Heimreise, die ohne weitere Vorkommnisse verlief. Und beide jaulten wir jetzt schon, dass wir am nächsten Tag nicht mal Zeit zum ausruhen und ausschlafen hatten, denn da waren wir schon mittags zu einem Familiengeburtstag eingeladen…aber der Rock’n’Roll klang auch dort noch wunderbar nach.
-BiBi -
Fotos von Boppin‘ B in Emden