Dick Brave and The Backbeats in Dessau (ZDF@Bauhaus)

Dienstag, 29. November 2011 - BiBi

Heute steht ein ganz besonderes Konzert auf dem Plan. Dick Brave & The Backbeats habe ich dieses Jahr zwar nun schon einige Male gesehen, aber diesmal geht’s nach Dessau.
1. Da war ich noch nie – ich bin also gespannt…und 2. das Konzert wird für das ZDF aufgezeichnet. Für die Konzertreihe ZDF@Bauhaus. Es gab nur sehr begrenzt Karten, ich hatte auch, als ich von dem Konzert erfuhr, keine mehr bekommen, es dann enttäuscht meiner Freundin Uta erzählt und ihr war es gelungen, einen Ticketshop aufzutun, der noch ein paar Restkarten hatte…Sie hatte vier Stück besorgt – so konnten Petra und ich fahren – und Uta nahm ihren Sohn Patrick mit zum Konzert. Sie empfand das ganze schon etwas als Home-Konzert, da Dessau nicht so ewig weit von ihr weg ist – für Petra und mich steht aber erst einmal eine über 300 km weite Anfahrt auf dem Plan. Aber alles ganz entspannt, ich habe noch den halben Tag gearbeitet und startete dann um 15 Uhr gen Osten. In Schwarmstedt steigt Petra bei mir zu und weiter geht’s über die gut befahrbare Autobahn. A7, A2, A14 und in Calbe dann ab und über Land – ganze 40 km über Stock und Stein, da war wieder fast nix außer rumpelige Straßen, Bahnübergänge und viel Feld, Wald und Wiesen. Irgendwann dann doch ein etwas größerer Ort, aber Ortsschilder konnten wir nicht entdecken. 10 km vor Dessau finden wir zum Glück noch eine Tankstelle mit sauberem Toilettenraum – so kommen wir schon mal entspannt in Dessau am Bauhaus an.

Das Ganze ist ein großer Gebäudekomplex, Kulturstätte, Ausstellungsräume. Eigene Parkplätze, die öffentlich sind, scheint es nicht zu geben, aber in der Einbahnstraße gegenüber findet sich auf Anhieb ein freier Stellplatz, in den auch ich mit meinem Mutterschiff gut und bequem rückwärts einparken kann. Perfekt. Nun ist aber auch noch eine Stunde Zeit bis zum Einlass. Wir entdecken im ersten Gebäude auch gleich im Souterrain ein Bistro, wo wir uns niederlassen. Beim Genießen unserer Getränke werden wir dann etwas abgelenkt – im Gebäude gegenüber, das durch eine Brücke mit unserem Gebäude verbunden ist, sieht man Männer mit Tollen herumrennen. Dank der großen Fensterfronten können wir wohl ein Fotoshooting oder TV-Aufnahmen mit Dick und seinen Backbeats beobachten.

So vergeht die Zeit schnell und gegen 19.30 Uhr suchen wir dann mal den Eingang zum Konzertsaal…auch nur eine Tür weiter am Gebäude. Da stehen massenhaft Leute herum, aber anhand der Bekleidung und des Aussehens identifizieren wir sie als Hip-Hop-Fans – gerade ist die Konzertaufzeichnung von Casper zu Ende gegangen. Im kleinen Vorraum zum gut bewachten Konzertraum steht in der Ecke ein Tisch mit netten Leuten dahinter, die irgendwann anfangen, unsere gedruckten Tickets gegen Eintrittskarten zu tauschen. Wie für TV-Aufzeichnungen üblich, müssen wir ein Kärtchen mit unserer Adresse ausfüllen, alle Bildrechte an den Sender abtreten – und dann weiter warten. Aber nun kommen auch Uta und Patrick an und wir positionieren uns direkt an der Eingangstür vom Saal…warten, warten, warten…Einlass findet verspätet statt und als die Türen geöffnet werden, müssen wir uns den Anweisungen der Hostessen beugen – nix mit freier Platzwahl, man wird gesetzt. Für uns hat man die dritte Reihe ganz außen vorgesehen. Als Sitzplätze stehen so Art kleine Bänkchen oder Hocker, also Gestühl ohne Rücken- und Armlehnen. Ich setze mich ganz nach außen und weiß nun schon, dass ich Adriano wohl kaum sehen werde beim Konzert. Egal, dabei sein ist alles, hier zählt der olympische Gedanke. Vor der Bühne stehen insgesamt 7 Hocker, dort werden immer Männlein und Weiblein versetzt positioniert – soll wohl keiner glauben, dass bei Dick Brave nur Mädels in die vorderste Reihe wollen *lach* - blöd nur, dass die, die da hingesetzt werden, sich teilweise wehren, weil es ihnen unangenehm ist.
Langsam füllt sich der kleine Saal, ich schätze, insgesamt sind am Ende etwa 150 Leute drin. Die letzten bekommen sogar keine Sitzplätze mehr, sondern werden seitlich verteilt. Es muss ja überall Platz bleiben für die Kameras.

Kurz vor Beginn des Konzerts kommt dann – wie auch immer bei TV-Produktionen – ein Ansager und erzählt erst mal was von Pferd und übt dann Applaus mit uns. Aber zum Glück nicht lang, dann werden die Musiker des Abends hinein gebeten, müssen sich hinter der kleinen Bühne auch noch kurz hinhocken und dann unter lautem Applaus auf die Bühne kommen. Und dann geht’s auch gleich los…wie gewohnt mit „Rock Therapy“, gefolgt von „20 Flight Rock“. Ich bin eigentlich recht zufrieden, kann ganz gut gucken, neben mir ist zwar inzwischen eine große Kamera positioniert, aber die stört mich ja nicht.

Beim dritten Song „Get the party started“ fordert Dick Brave dann das Publikum auf, vielleicht doch mal aufzustehen…aber da er es in Englisch macht, scheint’s keiner zu verstehen…er fragt nochmal, wieder keine Reaktion, nur Petra und ich springen nun auf, ernten ein Thank you – und dann steht auch der Rest im Saal – und die Party kann wirklich abgehen. Schade nur, dass ich von dem Zeitpunkt an nicht mehr wirklich gut sehen kann, denn die Bühne ist ja nur wenige Zentimeter hoch und nun hab ich die Leute aus der zweiten Reihe vor mir und muss immer zwischen ihren Köpfen durch linsen. Aber nicht schlimm, die Stimmung ist erstaunlich super, auch wenn ich nicht glaube, dass das Publikum größtenteils aus ausgesprochenen Dick Brave-Fans besteht – aber die wissen trotzdem die tolle Musik und Show zu genießen – und einige Rockabilly and –Bellas sind auch im Saal.

Zu unserer aller großen Freude gibt es ein normales Konzert. Obwohl die Ausstrahlung nachher nur eine Stunde sein wird, spielen Dick und seine Jungs 1,5 Stunden und haben alles dabei, was wir lieben. „Just the way you are“, „This girl is trouble“, „Sitting Waiting Wishing“, “Come on”, “Use somebody”, “No one knows” etc. Eine Perle reiht sich an die andere…Dick shakert in gewohnter Manier und spielt auf die hohen Lufttemperaturen im Raum an…singt kurz “Hot in here” an (zweite Textzeile: so take off all your clothes), springt aber keiner richtig drauf an…ein paar Songs später, als die Temperaturen noch mehr gestiegen waren, versucht er es nochmal…da kann ich meine Klappe nicht halten und rufe ein lautes YOU FIRST, was ihn dazu bewegt, den obersten Knopf des Hemds zu öffnen :)- woohoo!
„Take good care of my baby“ wurde genauso bejubelt wie „Just can’t get enough“, „Black and white“ oder „American Idiot“. Und wie immer geht so ein Konzert viel zu schnell vorbei. Zum Glück gibt es in den Zugaben „Always on my mind“ und selten war das Publikum so ruhig und aufmerksam – Gänsehaut-Feeling pur.
Lediglich „Cream“ fehlte in dem Set , sonst war alles vorhanden wie in den Konzertenauf der November-Tour zuvor auch. Und mit „Great balls of fire“ geht dann das letzte Dick Brave & The Backbeats-Konzert des Jahres 2011 zu Ende. Unter tosendem Applaus verlassen die Musiker den Saal. Wir bleiben noch ein wenig hocken, weil unsere Jacken im Keller in der Garderobe abgegeben sind und wir den ersten Ansturm noch abwarten wollen. Aber dann bittet man uns auch drum, langsam zu gehen, Petra holt unsere Klamotten und auch Uta und Patrick verabschieden sich von uns. Wir lassen uns noch ein wenig Zeit und müssen doch verwundert feststellen, wie unbelebt Dessau ist. Schon bei unserer Ankunft am Abend war die große Straße vor dem Bauhaus kaum befahren, jetzt ist eigentlich gar nichts mehr los. Hey, ich lebe in einem beschaulichen Dorf, aber hier tobt mehr Leben als in Dessau :D
Bei der Fahrt Richtung Autobahn muss ich mehrmals laut lachen, denn mein Navi zeigt eigentlich nur eine kerzengerade blaue Straße, umgeben von NICHTS. Kein Weg, kein Dorf, kein überhaupt nichts. Hab ich so vorher noch nicht erlebt.
Zum Glück gibt es auch keine Störungen auf der Autobahn und mein alter Audi kann richtig über die Straße zischen, so dass ich um 2 Uhr morgens wieder daheim bin. Prima, denn am nächsten Tag muss ich zwar auch arbeiten, aber erst später anfangen – ein Tag Urlaub quasi aufgeteilt in zwei Hälften.

Nun darf man gespannt sein auf die Ausstrahlung dieses genialen Konzerts – und die findet am 3. März um 21 Uhr statt…auch nicht mehr sooo lange hin.

-BiBi -

Ach so, Fotos gibt’s natürlich keine, bei TV-Produktionen herrscht ja striktes Foto-Verbot ;)