Cosmo Klein & Phunkguerilla in Oldenburg (Between The Sheets)

Donnerstag, 28. März 2013 - BiBi

Wenn ein Club BETWEEN THE SHEETS heißt, ist das ja schon mal interessant. Wenn Cosmo Klein mit den Phunkguerillas dort gastiert, ist es dann schon eine ganz klare Sache, dass ich dabei bin – vor allem, weil sich der Club in Oldenburg befindet und das mal keine 100 km weit entfernt ist. Und damit ich auch richtig ausgeruht bin für dieses Event am Gründonnerstag, hatte ich schön zwei Tage vor Ostern Urlaub geplant. Gut, dass mir die Arbeit, meine Kollegen und Chef nun dermaßen in die Parade fahren und ich trotz Urlaubstage bis in die Nächte hinein arbeiten muss, konnte ich vorher nicht wissen. Trotzdem lasse ich es mir nicht nehmen und schlafe wenigstens am Donnerstag anständig aus und lasse den Tag etwas ruhiger angehen, ignoriere das ständig bimmelnde Telefon. Wofür gibt’s am iPhone die schöne Lautlos-Taste. Schon ist Ruhe.
Treffen mit Petra in Oyten auf dem Parkplatz von Daisys Diner ist für 18.30 Uhr geplant und klappt auch reibungslos. Ich klettere zu ihr ins Auto und schon sind wir auf der Autobahn und kommen stressfrei in Oldenburg an. Dort ist es immer sehr schwer mit der Parkerei – aber in absoluter Clubnähe ist ein Parkhaus – gut, es hat nur bis Mitternacht geöffnet und wir überlegen kurz…aber Einlass 20 Uhr, Beginn 21 Uhr – Auftritt dauert meist 1,5 Stunden – auch wenn der Beginn später ist, schaffen wir es noch dicke. Und schon steht das Auto in der ersten sich bietenden Parklücke und wir verlassen das Parkhaus – um festzustellen: Ist erst 19 Uhr…hier herrscht ebenso wie bei uns ätzendes Winterwetter, es schneit ein bisschen. Wir wollen nicht eine Stunde vor dem Club stehen und frieren, also gehen wir gleich mal in ein Lokal direkt neben dem Parkhaus und trinken gemütlich etwas.

Und dann ist es auch schon soweit und wir gehen zum Between the Sheets. Keine langen Fan-Schlangen zu sehen, wir sind die ersten – oder nein, da steht noch eine einsame Frau und wartet auch auf Einlass oder ihren Freund oder was auch immer. Es schneit inzwischen schon kräftiger, die Fußwege werden langsam weiß. Dieser verfluchte Winter will und will nicht aufhören.
Aber wir müssen auch nicht lang warten – die Eingangstür wird geöffnet. Petra hat Tickets für uns per Mail zurücklegen lassen, die Liste dafür ist zwar noch nicht da, aber man möchte seine Besucher auch nicht im Schnee stehen lassen. Sehr zuvorkommend.

Wir schauen uns schon mal um – schööööne Location. Im vorderen großen Raum überall Stühle, Tische, Barhocker, Loungesessel – und Betten. Tatsächlich, die haben einen breiten Holzrand und laden zum Chillen ein. Auf den Betten jeweils ein silbernes Tablett mit Kerzen und so. Irre Idee. Als die Liste dann da ist, zahlen wir unseren (Vorverkaufs-)Preis und gehen mal einmal durch den Laden. Denn nach dem großen Raum schließt sich ein kleinerer an. Aber komplett offen. Und dort gibt es eine kleine Bühne, die schon voll bestückt ist. Gut, viel Platz ist das nicht für die Herren Musiker, aber ich sehe, dass Cosmo ein kabelloses Mikro hat, somit ist seine Bühne ja der gesamte Laden.

Und was obertoll und eine riesige Überraschung ist, läuft uns auch quasi direkt in die Arme – denn heute ist Patrick Fa der Schlagzeuger. Ich kann mich kaum einkriegen, so sehr freue ich mich, ihn endlich mal wiederzusehen. Früher war er festes Mitglied der Cosmo-Band – aber lange ist es ja her, dass Cosmo mit seinen Popsongs aufgetreten ist. Und Patrick ist inzwischen mit Stephanie Heinzmann und Rea Garvey unterwegs – und man weiß, die haben nicht gerade wenige Termine. Nach einer kleinen Plauderei mit Pat geht er aber weiter auf Suche nach seinen Band-Kollegen, die den Club irgendwie verlassen haben, aber noch nicht zurück gekehrt sind.

Wir hocken auf dem Rand eines Bettes, immer mit Blick in den Konzertraum – denn da laufen ständig Leute rein, aber nicht, um sich vor der Bühne zu positionieren, sondern um zu rauchen. Okay, das ist jetzt wirklich ätzend, einen Raucherraum, der komplett offen ist. Macht auch keinen Sinn, aber ist mal so – und wenn ich ehrlich bin, auch das allereinzigste Ärgernis an diesem Abend.
So gegen 21 Uhr begeben Petra und ich uns auch in den Qualmraum, uns wird bewusst, wie schön es inzwischen ist, dass sowas nicht mehr an der Tagesordnung ist. Wir positionieren uns vor dem Schlagzeugpodest auf der linken Seite der Bühne - auf der rechten Seite steht das Keyboard-Podest und in der Mitte ist ein schmaler Spalt – da steht dann später der Ray mit dem Bass. So um zwanzig nach neun kommen dann auch die Musiker auf die Bühne – gerade als Petra nochmal in den Keller verschwindet, wo sich die Toiletten befinden. Aber sie kommt natürlich rechtzeitig wieder und dann kann es auch schon los gehen. Cosmo fordert die Leute im vorderen Bereich immer wieder auf, doch nach hinten zu kommen – und die, die schon hinten sind (und das sind schon viele), mal näher an die Bühne zu kommen. Die erste Reihe besteht ja erst einmal nur aus Petra und mir, aber so nach und nach gibt sich das auch. Ist halt auch etwas unangenehm, wenn eine Bühne sehr flach ist – man steht ja quasi direkt vor dem Sänger, wenn man sich direkt platziert.

Auch heute fängt Cosmo wieder mit „Love in progress“ an – und schon fühle ich mich daheim. Wunderbar und das Publikum nimmt die Musik auch gut auf – denn, machen wir uns nichts vor, hier sind so ziemlich alle, weil sie Cosmo vom Clubbing her kennen. So mit Band haben ihn mit Sicherheit die wenigsten bisher erlebt. Und ich bin hier mal mit Abstand die Älteste im Laden *gg*
Cosmo springt auch sehr schnell ins Publikum und animiert zum Mitmachen, zum Tanzen, zum Singen.

Einen ganz wichtigen Job hat heute auch der Ray – natürlich super den Bass spielen – aber auch immer wieder Patricks Schlagzeugpodest zurück zu schieben, denn das wandert so ein bisschen über die Bühne – nun, kein Wunder, denn Patrick trommelt ja auch mit einer enormen Energie. Es macht total Spaß, ihn zu beobachten und immer wieder grinsen wir uns an.
Nach „Ooh“ gibt es mein geliebtes „Beautiful Mind“ und man kann behaupten, dass kommt beim Oldenburger Publikum sehr gut an – denn auch nach dem Song hören sie nicht auf, die Refrain-Zeile zu singen.

Trotzdem geht es beschwingt phunky weiter durchs Set – „Boyz and Girlz“ oder „Short Story Life“ sind natürlich auch wieder dabei. Cosmo weißt zwischendurch immer wieder mal darauf hin, dass ja jetzt das Album „Lets Work“ draußen ist und bei seinem Mitarbeiter Kay im hinteren Teil des Raums zu kaufen gibt – worauf Kay erst einmal los rennt, um überhaupt einen Kartons CDs zu holen :D

Zwischenzeitlich stimmt Cosmo aber auch seinen Dancehit „Feel alive“ an – und das Publikum geht richtig mit und singt quasi allein weiter. Blöd nur, dass es diesen Song ja nun nicht gibt, sondern Cosmo nur mal eben kurz angetestet hat. Die Leute sind erst ein bisschen enttäuscht, singen dann aber trotzdem allein weiter. Ich finde die Stimmung mega und den Abend sehr gelungen. Später teilt Cosmo auch noch mit, dass er auch demnächst in der EWE Arena bei den EWE Baskets Oldenburg auftreten wird und Feel Alive die neue Hymne des Basketballvereins sein wird. Was man nicht alles so erfährt.

Das Ganze ist heute so kurzweilig, dass mir die Zeit wie im Flug vergeht. Und als dann „Lets Work“ gespielt wird, weiß ich, dass das Hauptset schon vorbei ist. Aber nichts desto trotz liebe ich diesen Song so sehr und diese Energie, die von ihm ausgeht, ist einfach jedes Mal überwältigend. Und Patrick macht es auch soooo gut. Als Vertretung für Felix ist er mir auf jeden Fall der Liebste. Und seltsamerweise ist es mir auch nicht so schmerzlich aufgefallen, dass Claus Fischer heute ja gar nicht dabei ist. Hätte gedacht, die Gitarre würde mehr fehlen. Trotzdem freu ich mich, wenn er wieder mit auf der Bühne ist.

Die Musiker verlassen unter lautem Applaus die Bühne und die Leute rufen erst ein bisschen Zugabe – aber das geht dann über in Beautiful-Mind-Gesang. Klasse…Und auch Feel Alive wird dann wieder gesungen und so greift Cosmo das, als er zurück kehrt auf die Bühne, auch gleich wieder auf und es gibt einen Mix aus beiden Songs. Hört sich irre an und so kommen Petra und ich als Nicht-Clubbing-Besucher auch in den Genuss, da mal was live zu hören.
Nach einem weiteren Song ist dann aber auch komplett Schluss und wir grinsen in die Runde – viele junge Mädels und Frauen bleiben gleich vor der Bühne stehen und der Cosmo arbeitet sich Autogramme gebend und sich fotografieren lassend durch die Menge. Ich finde es schön, das zu beobachten und denke: Hier kannste aber bald mal wieder auftreten, mein Lieber.
Nachdem wir auch noch einen Moment gequatscht haben, beschließen Petra und ich dann, auch mal loszumachen. Ist zwar noch nicht Mitternacht, aber wir haben uns abgesprochen, noch bei Daisys lecker Burger zu essen. Als ich nach draußen sehe, bin ich geschockt, inzwischen sind die Fußwege komplett zugeschneit. Petra ist so lieb und holt das Auto direkt vor die Tür, so dass ich nur noch einsteigen muss und keine Angst habe, auszurutschen und hinzufallen. Zum Glück sind aber die Straßen frei und so kommen wir gut durch bis Oyten.

Bei Daisys ist es schon schwer, einen Parkplatz zu bekommen und ich hab den Laden noch nie so voll gesehen. Oh, was ist hier los. Gut, inzwischen ist Karfreitag, es gilt das Tanzverbot ab Mitternacht, die Discotheken haben scheinbar geschlossen und alle haben sich hier getroffen – oder was?
Eine Kellnerin bringt uns zwar zu einem Tisch, aber nee, ich dreh sofort wieder um. Total eng, rundherum lärmende betrunkene Typen – da vergeht mir der Hunger. Ich habe es auch nur 10 km nach Hause, da mach ich es mir lieber dort gemütlich und ess ne Bockwurst. Petra versteht mich, so verabschieden wir uns draußen und jeder zieht seines Weges – in der Gewissheit, wir müssen nicht lange warten, denn im April geht es weiter mit Cosmo und der Phunkguerilla in Gütersloh.

- BiBi -

Fotos von Cosmo Klein & The Phunkguerilla in Oldenburg